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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. September 2017 | 02:22 Uhr

Streit geht weiter : Vogelschutz: Kritik am Gutachten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wassersportler, BUND und Lärmschutz-Initiative bemängeln Gutachter-Entwurf – Staatliches Amt stellt sich heute weiterer Debatte

von
erstellt am 15.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Der Vogelschutz auf den Schweriner Seen löst eine neue Debatte aus. Anrainer und Umweltschützer bemängeln die wissenschaftlichen Grundlagen des inzwischen im Entwurf vorliegenden Managementplans, einer Art Gutachten für das EU-Vogelschutzgebiet Schweriner Seen. Unterdessen strebt die Europäische Union ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland an – gerade wegen der kritisierten Untersuchungen in Mecklenburg-Vorpommern. Und dabei spielte das umstrittene Schweriner Papier noch gar keine Rolle. Dennoch stellen sich die Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Umwelt- und Naturschutz (Stalu) heute 17 Uhr in der Grundschule in Cambs erneut den Fragen. Sie verteidigen den Managementplan für die Schweriner Seen.

„Wir wollen vor allem wissen, warum Bereiche des Schweriner Sees schon abgetonnt werden“, sagt Andreas Zähle von der Initiative Schweriner Seen und Umland. „Die Arbeitsgruppen der Anrainer und des Stalu gehen doch heute erst in die praktische Phase.“

Ende April hatte das Umweltministerium darüber berichtet, dass die bisher ausgelegten Sperrtonnen mit dem rot-weiß-roten Toppzeichen in diesem Jahr durch gelbe Hinweistonnen „mit einem gelben Aufsatz, der Aufschrift ,NSG Naturschutzgebiet‘ und dem Symbol der Waldohreule sowie dem Natura 2000-Logo versehen werden“. Sie kennzeichnen die wasserseitigen Grenzen von Naturschutzgebieten im Schweriner See, der Müritz, dem Kölpinsee und dem Plauer See. Umweltminister Till Backhaus bittet, „die gekennzeichneten Wasserflächen weithin vom Befahren auszunehmen und somit zum Schutz der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten beizutragen“.

„Wir plädieren immer noch für eine freiwillige Vereinbarung für die Schweriner Seen“, sagt Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sieht die wissenschaftlichen Grundlagen für den Managementplan kritisch. „Zwar haben die Ornithologen das Gebiet und die Lebensräume hervorragend kartiert“, aber der Textteil sei an vielen Stellen nicht ausreichend plausibel. „Warum ist jetzt beispielsweise nur der Wachtelkönig mit dem Etikett ,Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes‘ versehen worden?“

Für die Initiative Schweriner Seen und Umland stehe außer Zweifel, dass „Aussagen und Faktenlage im vorliegenden Entwurf des Grundlagenteils des Managementplanes nicht zu einer abschließenden Bewertung führen können“, teilen die Anrainer mit. Sie sieht „dringenden Handlungsbedarf durch einen unabhängigen Sachgutachter“.

Derweil kritisiert die Initiative Lärmschutz die Gebietskennzeichnung: „Wir halten die viel zu differenzierte Schutzzonen- und Flächenausweisung nach Methode eines Flickenteppichs grundsätzlich für falsch.“ Und weiter: „Für uns gehört gerade der Heidensee mit zu den Schutzgebieten. Er verbindet die Schutzräume Ziegelaußensee und Schweriner Innensee.“

In Sachen Managementplan „Schweriner Seen“starten heute Arbeitsgruppen in die praktische Phase, in der alle Betroffenen wie Landwirte, Förster, Jäger, Wassersportler, Touristiker und Gemeinden eingebunden sein können. Der Diskussionsprozess wird etwa sechs Monate dauern.

 

 

 

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