Umgeplant : Vogelschutz bremst Wohnungsbau

So sehen die aktuellen Pläne der Landesgrunderwerb aus: „Der Wohnpark am Werderkanal“ (M.) soll statt eines eigenen Hafens nun einen attraktiven Innenhof für die 40 Wohnungen bekommen.
So sehen die aktuellen Pläne der Landesgrunderwerb aus: „Der Wohnpark am Werderkanal“ (M.) soll statt eines eigenen Hafens nun einen attraktiven Innenhof für die 40 Wohnungen bekommen.

Mit mehrjähriger Verzögerung soll an der Güstrower Straße jetzt der Wohnpark am Werderkanal entstehen

svz.de von
22. Juli 2014, 16:00 Uhr

Das Gelände an der Güstrower Straße wirkt nicht gerade attraktiv. Dort, wo früher das Straßenbauamt direkt am Ortseingang in Schelfwerder seinen Betriebshof hatte, stehen große Boote, die Gebäude sind marode, Unkraut wuchert. Schon im Frühjahr 2012 hatte die Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern (LGE) mitgeteilt, dass sie die ersten Vorbereitungsarbeiten für das Bauvorhaben „Marina am Werderkanal“ in Auftrag gegeben habe (SVZ berichtete). Vorgesehen war, dass drei mehrgeschossige Wohnhäuser mit bis zu 40 hochwertigen Appartements direkt am Wasser entstehen. In einem künstlichen Wasserbecken waren Anlegeplätze für Privatboote geplant. Ein Kanal sollte das Becken mit dem Ziegelaußensee verbinden. Doch still ruht der See: Von der Umsetzung der damaligen Pläne ist noch nichts zu sehen.

„Wir standen kurz davor Baurecht zu erlangen“, sagt LGE-Geschäftsführer Robert Erdmann. „Der Baugrund war untersucht und die Machbarkeit eines Hafenbeckens geklärt.“ Doch dann kam der Managementplan für das EU-Vogelschutzgebiet Schweriner Seen. „Das hat unsere Pläne über den Haufen geworfen“, bekennt Erdmann. Denn in dem kleinen Hafen sollten bis zu 20 neue Bootsliegeplätze entstehen. „Angeblich gibt es aber schon zu viele Boote auf den Seen. Deshalb haben wir noch einmal umgeplant.“ Statt des Wasserbeckens soll jetzt eine „attraktive Innenhoffläche“ entstehen. Und die LGE sah sich noch mit einem weiteren Problem konfrontiert. Ursprünglich sollten an der Güstrower Straße Wohnungen und Ferienwohnungen entstehen. Wir haben das noch einmal juristisch geprüft“, sagt Robert Erdmann. „Nach einem einschlägigen Gerichtsurteil ist das wohl an der Stelle nicht möglich.“ Deshalb seien jetzt nur noch Wohnungen geplant. Der Bebaungsplan werde derzeit entsprechende überarbeitet. „Zum Jahresende wollen wir Baurecht haben“, kündigt der LGE-Chef an. „Dann werden wir aufräumen und die ersten Gebäude abbrechen.“ Danach kann es mit dem Bauen losgehen. „Die ersten Interessenten haben sich bereits gemeldet“, sagt Erdmann.

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