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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 01:48 Uhr

Hitzige Debatte : Vogelschutz bewegt die Gemüter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hitzig: Landesamt unterrichtet hunderte Anlieger des Schweriner Sees über aktuellen Managementplan – Arbeitsgruppen gebildet

von
erstellt am 17.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Der Vogelschutz auf und rund um den Schweriner See ist weiterhin ein sensibles Thema und erregt die Gemüter. Das zeigte ein Info-Abend in der Grundschule Cambs zum aktuellen Erarbeitungsstand des Managementplanes für das EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (Stalu) hatte eingeladen und hunderte Anlieger kamen. Ziel war es, die bisherige Datenbasis vorzustellen, Fragen der Nutzer des mehr als 18 500 Quadratmeter großen Gebietes zu beantworten und Arbeitsgruppen für die praktische Umsetzung zu bilden. Das Fazit der Mehrzahl der Beteiligten: Es gibt noch viel Rede- und Aufklärungsbedarf.

„Das Schutzgebiet gibt es schon seit Jahren“, erklärt Bernhard Fiedler, Dezernent des Stalu. Der Managementplan entstehe nun auf europarechtlicher Grundlage. Die Datenbasis bilde den hiesigen Lebensraum der schützenswerten Vögel in seiner Gesamtheit ab. Dabei bestehe der größere Teil des Areals aus Landflächen, weniger aus Wasserflächen. Die Ergebnisse stießen auf jede Menge Fragezeichen und Kritik. Zwar erklären alle Beteiligten, die Notwendigkeit eines Managementplanes und des Vogelschutzes einzusehen. Aber alle befürchten gleichzeitig, dass sie bei ihrer jeweiligen Nutzung des Sees Einschnitte in Kauf nehmen müssen. „Wir sind deshalb für eine freiwillige Vereinbarung für den Vogelschutz“, erklärt Andreas Zähle von der Interessengemeinschaft Schweriner Seen und Umland (ISSU).

Die Vögelschützer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) wiederum sind der Auffassung, dass die erhobenen Daten zu ungenau sind. „Das liegt aber nicht an der Arbeit des Stalu, sondern an den Vorgaben des Ministeriums“, so Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Im Anschluss an die dreistündige Veranstaltung bildeten sich zwei Arbeitsgruppen, die auf der Grundlage der Datenbasis praktische Regeln für den Vogelschutz erarbeiten: 15 Mitwirkende für den ländlichen Bereich und knapp 30 für die Wasserflächen. „Das erste Treffen werden wir für Mitte Mai ansetzen. Weitere Infos stellen wir voraussichtlich nach Ostern auf unsere Webseite www.stalu-mv.de“, so Bernhard Fiedler.

Das Stalu hatte das Projekt Managementplan zuletzt im Herbst 2012 öffentlich vorgestellt und an Diskussionsrunden zum Thema teilgenommen.

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