Einigung in Sicht : Vogelschutz bekommt Flügel

Hoffnungsschimmer für Bootsfreunde und Vogelschützer: Nach aktuellem Stand läuft es auf Regeln auf Basis einer freiwilligen Vereinbarung auf den Schweriner Seen  hinaus.
Hoffnungsschimmer für Bootsfreunde und Vogelschützer: Nach aktuellem Stand läuft es auf Regeln auf Basis einer freiwilligen Vereinbarung auf den Schweriner Seen hinaus.

Einigung in Sicht: Ornithologen, Behörden und Anrainer ziehen im EU-Gebiet „Schweriner Seen“ offenbar immer mehr an einem Strang

svz.de von
23. Juli 2014, 12:00 Uhr

Das EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ bekommt langsam ein festes Gerüst. Der Managementplan ist auf einem guten Weg: Anrainer, Vogelschützer und Behörden können in den Arbeitsgruppen „Wasser“ und „Land“ erste Teilergebnisse vorweisen. SVZ-Redakteurin Juliane Haendschke sprach mit Bernhard Fiedler vom federführenden Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Westmecklenburg über die aktuelle und von ihm erwartete Entwicklung.

Liegen Sie noch im Zeitplan?
Fiedler: Ja, wir liegen im aktualisierten Zeitplan.
Wann wird es voraussichtlich zu einer Fertigstellung des Managementplanes kommen?
Planmäßig spätestens im Frühjahr 2015. Wir hoffen jedoch, bis Ende 2014 die wesentlichen Beratungen abgeschlossen zu haben.
Bestätigen Sie die Feststellung der ISSU, dass der Bootsverkehr auf den Schweriner Seen nicht Hauptgrund für den Rückgang der Schilfgürtel ist?
Im Ergebnis unserer Habitatbewertung kommen wir zur Feststellung, dass die Lebensräume der brütenden Wasservogelzielarten in einem günstigen Zustand sind. Das heißt, die Schilfqualität und -ausdehnung sind günstig. Daher haben wir uns auch nicht näher mit einem möglichen Schilfrückgang beschäftigt und auch keine Veranlassung für eine „Ursachenforschung“ gesehen.

Mögliche Störungsaspekte während der wichtigen Brut-, Aufzucht- und Mauserzeit von Wasservogelzielarten mussten wir natürlich betrachten. Das können künstliche oder natürliche Schneisen als beliebte Anker- oder Liegeorte sein.

Unabhängig von unserer Einschätzung, dass die aktuelle Röhrichtausprägung gut ist, wurde als Ergebnis der jüngsten thematischen Arbeitsgruppensitzung „Wasser“ beschlossen, in der Managementplanung eine Machbarkeitsstudie zur Untersuchung von Möglichkeiten zur Stabilisierung von Schilfbeständen in Auftrag zu geben. Wir werden diese Maßnahme gern berücksichtigen.
Ist die Annahme einiger Beteiligter richtig, dass es voraussichtlich zunächst auf eine freiwillige Vereinbarung mit allen Beteiligten hinauslaufen wird und konkrete Verbote zunächst unausgesprochen bleiben?
Die ist richtig so. Jedoch handelt es sich nicht nur um eine Annahme, sondern um unsere im Rahmen mehrerer Arbeitsberatungen zugesagten Vorgehensweise zur Umsetzung der wünschenswerten Maßnahmen am und auf dem Wasser im Schutzgebiet „Schweriners Seen“. Im Ergebnis unserer Habitatbewertung kommen wir zur Feststellung, dass die Lebensräume der brütenden Wasservogelzielarten in einem günstigen Zustand sind, so dass ausschließlich Erhaltungs- und wünschenswerte Entwicklungsmaßnahmen zur Sicherung der europäischen Verpflichtungen zu berücksichtigen sind. Ebenso setzen wir auch bei den wünschenswerten Entwicklungsmaßnahmen die im Zusammenhang mit den mausernden Haubentauchern auf eben dieses Instrument. Die wünschenswerten Maßnahmen würden wir gern mit allen, die Interesse an einer Zusammenarbeit haben, im Rahmen einer freiwilligen Vereinbarung nach dem Muster der „Freiwilligen Vereinbarung Naturschutz, Wassersport und Angeln in der Wismarbucht“ realisieren.

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