Fütterung : Vögel füttern: Spaß oder Ärger?

Fast jeder Fußgänger wird von Enten, Möwen und Schwänenangesteuert, wenn er eine Tüte in der Hand hat. Die Tiere sind am Strand  auf Füttern geeicht.
Fast jeder Fußgänger wird von Enten, Möwen und Schwänenangesteuert, wenn er eine Tüte in der Hand hat. Die Tiere sind am Strand auf Füttern geeicht.

Zippendorfer genervt über viele Enten, Möwen und Schwäne am Strand

svz.de von
01. März 2014, 08:00 Uhr

Obwohl der Winter mild bleibt und Wildtiere in der Umgebung genug zu fressen finden: Vögel füttern steht bei vielen Schwerinern weiter hoch im Kurs. Und spaltet die Gemüter: Die einen empfinden es als unverzichtbares Naturerlebnis, die anderen als unnötige Umweltverschmutzung und unterschätzte Gefahr. „Ein ausgewachsener Schwan kann mit seinen Flügeln ein dreijähriges Kind schwer verletzten oder sogar töten“, sagt Niels Hamann von der Naturschutzstation Zippendorf.

Der Zippendorfer Strand ist eine der beliebtesten Fütterungsstellen der Stadt, Schwäne, Möwen und Enten versammeln sich dort. Die Folge: Vogelkot am Strand, Brotreste im Wasser, Tüten auf dem Weg und bedrohlich anmutende Schwäne, die fordernd auf Menschen zu watscheln, wenn sie nur mit der Hand in der Jackentasche rascheln. Während in Orten wie Kiel, an der Lübecker Bucht oder in Warnemünde das Füttern bereits unter empfindliche Geldstrafen gestellt ist, sehen die Behörden in Schwerin keinen Handlungsbedarf. Der Ortsbeirat Zippendorf allerdings würde das Füttern zumindest im Bereich des Strandes gern einschränken oder an die Außenbereiche verlegen. Ein generelles Verbot sei in Schwerin nicht durchzusetzen, sagen die Kritiker. Vogelfüttern gelte als Spaß für die ganze Familie, selten kommen Wildtiere dem Menschen so nah wie bei der Gelegenheit. Trotzdem: Dass Menschen mit extra gekauftem Toast an den Strand kommen, geht für sie zu weit. Zumal auch Umweltorganisationen wie Naturschutzbund und BUND immer wieder darauf hinweisen, dass zu viel Brot bei Vögeln zu Verdauungsproblemen und sogar Mangelernährung führen kann.

Dass die Futterreste zur problematischen Wasserbelastung führen können, schließt Ornithologe Günter Schieweck, den der Ortsbeirat als Experten geladen hatte, eher aus: „Bei kontinuierlichem Wasserwechsel werden alle Einträge weggespült.“ Der Vogelkot auf dem Strand hingegen könnte sich zum Hygiene-Problem auswachsen. Und auch am Pfaffenteich und am Bertha-Klingberg-Platz ekeln sich mittlerweile viele vor den Hinterlassenschaften der gefiederten Freunde. Die Zippendorfer setzen auf menschliche Einsicht und wollen nun mit Hinweisschildern auf die Nachteile des Vogelfütterns aufmerksam machen – und Fans bitten, zumindest an den Rand des Strandes auszuweichen.

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