Kultur in Schwerin : Vision: Kulturzentrum Speicher

Licht und Schatten: Rechts befindet sich der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss, links steht alles leer.
Licht und Schatten: Rechts befindet sich der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss, links steht alles leer.

Dezernent stellt Ideen für Sanierung des gesamten Gebäudekomplexes vor – doch das geht nur mit Fördermitteln

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19. Dezember 2017, 08:00 Uhr

„Vor drei Jahren habe ich mich noch dafür eingesetzt, dass der Speicher in der Röntgenstraße geschlossen wird“, sagt der neue Kulturdezernent Andreas Ruhl. „Heute sehe ich das ganz anders. Das soziokulturelle Zentrum ist für Schwerin unverzichtbar.“ Woher der Sinneswandel kommt? Ruhl erklärt das so: „Wir brauchen in Schwerin einen Club für kleine, feine Veranstaltungen.“ Würde der Speicher geschlossen werden, wie es im Zuge der Spardiskussionen gefordert worden war, dann hätte die Landeshauptstadt kaum Auftrittsmöglichkeiten für Klub-Bands.

Nach SVZ-Informationen dürfen im Angler II in der Werdervorstadt keine lauten Musikveranstaltungen mehr stattfinden. Außerdem müssen die Pfähle, auf denen das Gebäude steht, erneuert werden. Im Angler II gab es in den vergangenen Jahren beispielsweise Jazz-Konzerte, für die sich in Schwerin zwar nur ein kleines Publikum findet, die aber für Programmvielfalt wichtig sind. Schon seit Jahren geschlossen ist das Thalia in der Geschwister-Scholl-Straße. Dort hatten schon mehrere Mieter versucht, das einstige Haus der Jugend als Veranstaltungsort zu etablieren. Dauerhaft gelang das keinem. Das Gebäude wird nun von der WGS verkauft. Weitere Lokalitäten für Konzerte und andere Veranstaltungen in Clubatmosphäre gibt es nicht in der Stadt. Also muss der Speicher bleiben, so Ruhl.

Und der Dezernent hat Großes mit dem historischen Gemäuer vor: „Wir sollten den Speicher umstrukturieren und die ungenutzten Räume einbeziehen.“ Denn das benachbarte, zum Ensemble gehörende Haus steht leer. Dort gab es früher ein Klubkino, das zum Landesfilmzentrum gehörte. Als das nach Wismar zog, wurde das kleine Kino geschlossen – unter anderem auch wegen Statik- und Brandschutzproblemen. Und genau das ist das Grundproblem. Bevor eine Nutzung des gesamten Gebäudekomplexes ins Auge gefasst werden kann, muss es saniert werden. „Da werden wir ein ganz dickes Brett bohren müssen“, sagt Stadtkämmerer Daniel Riemer. Auch er ist der Meinung, dass am Speicher investiert werden muss. „Das geht aber nicht ohne Fördermittel.“ Vor 2019 kann nicht begonnen werden, denn der Haushalt für nächstes Jahr ist bereits beschlossen. „Wir werden mit der Landesregierung sprechen. Wenn gebaut werden darf, wäre das Vorhaben auf drei Jahre angelegt.“

Aber demnächst kommt noch ein ganz anderes Problem auf die Stadt zu. Der langjährige Leiter des Speichers, Dieter Manthey. geht in absehbarer Zeit in den Ruhestand. Einen Nachfolger zu finden, der über ähnlich gute Kontakte in die Kulturszene verfügt, dürfte schwer werden.

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