zur Navigation springen

Schweriner Abwasserentsorgung : Vier Waschbecken am Grünen Tal

vom

Mit umfangreichen Investitionen in den nächsten Jahren will die Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) den Schadstoffeintritt mit dem Regenwasser in die Schweriner Seen deutlich reduzieren.

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2011 | 11:21 Uhr

Neu Zippendorf | Mit umfangreichen Investitionen in den nächsten Jahren will die Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) den Schadstoffeintritt mit dem Regenwasser in die Schweriner Seen deutlich reduzieren. Alles was zwischen Lomonossowstraße und AOK-Gebäude in die Gullys fließt, soll perspektivisch von Schmutz befreit werden, ehe es am Hexenberg in den Faulen See gelangt.

"Regenentwässerung war bisher nicht unser Schwerpunkt, weil die Mischwassersysteme in der Innenstadt deutlich mehr Schadstoffe enthalten", sagt SAE-Werkleiter Lutz Nieke. Doch nach erheblichen Investitionen in das dortige unterirdische Kanalsystem und in neue, gigantische Regenrückhaltebecken ist dieses Problem deutlich verringert: Alles wird in der Kläranlage in Süd aufbereitet, ehe es zurück in die Seen kommt. In Neu Zippendorf und im Mueßer Holz gibt es solche Mischwassersysteme nicht, die sowohl Abwasser als auch Regenwasser transportieren. Hier haben beide Wasser ihren eigenen Kanal.

"Bei Starkregen ist die Einleitstelle des Regenwassers am Hexenberg am Faulen See wie ein reißender Fluß", beschreibt Nieke die teilweise gewaltigen Mengen. 270 000 Kubikmeter Wasser gelangen allein an dieser Stelle pro Jahr in den Faulen See. Und nur wenige hundert Meter weiter westlich befindet sich noch die Einleitstelle für das Regenwasser vom Großen Dreesch. "Wir wollen nicht, dass das Regenwasser weiter unbehandelt in den See gelangt", sagt Nieke. "Deshalb brauchen wir einen neuen Standard - und der kostet Geld."

Bis zum Jahr 2017 ist das Investitionsprogramm der SAE in diesem Bereich ausgelegt. "Die Vorhaben sind in der Finanzierung durchgeplant. Zwischen 600 000 Euro und eine Million werden wir pro Jahr investieren", erklärt Nieke. Die Gebühren der Schweriner werde das nicht belasten. Bis 2014 blieben diese garantiert stabil.

Entstehen sollen in Neu Zippendorf und dem Mueßer Holz mehrere so genannte Sedimentierungsbecken, durch die das Regenwasser läuft, ehe es in den Faulen See gelangt. In ihnen können sich die Schadstoffe ablagern. Die ersten will die SAE Anfang des Jahres im Einmündungsbereich der Straße am Grünen Tal zur Crivitzer Chaussee errichten. Sie sind bis zu 14 Meter lang, sechs Meter breit und drei Meter tief. Entlang der Straße am Grünen Tal entstehen zwei weitere, eins an der Bernhard-Schwendtner-Straße, eins an der Vidiner Straße. Weitere Sedemeniterungsbecken will die SAE an der Cottbuser und der Tallinner Straße in die Erde bringen. Den Abschluss bilden drei Becken in der Hamburger Allee sowie jeweils ein weiteres am Parkplatz Magdeburger Straße und am Parkplatz Gagarinstraße. Parallel werde auch der Einlauf in den Faulen See am Hexenberg erneuert.

In drei Jahren sollen alle Becken in Betrieb sein. "Wir sind gegenwärtig dabei, die letzten Grundstücksfragen zu klären", erklärt Nieke. Pro Becken rechnet der Experte mit einer Bauzeit von etwa vier bis fünf Monaten. Verkehrseinschränkungen werden dabei nicht ausbleiben. Die Feinplanung sei allerdings noch offen. Am Ende aller Arbeiten wird man von den unterirdischen Sedimentierungsbecken nichts mehr sehen. Sie werden begrünt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen