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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 23:31 Uhr

Berliner Platz in Schwerin : Viele müssen umziehen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Schweriner Wohnungsgesellschaft plant den großflächigen Abriss von Hochhäusern und Fünfgeschossern am Berliner Platz

von
erstellt am 13.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Sonja-Rita Haß ist erbost. Am 30. Dezember fanden sie und die anderen Mieter der Hochhäuser in der Rostocker Straße ein Schreiben ihres Vermieters, der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS), in ihren Briefkästen. Darin wurde angekündigt, dass ihr Zuhause abgerissen werden soll. „Der ehemalige WGS-Geschäftsführer Guido Müller hat uns noch versichert, dass unser Hochhaus saniert wird.“ Das sollte schon 2014 geschehen. „Der neue WGS-Chef Thomas Köchig will nun was ganz anderes.“ Mit dem Leerstand in dem Hochhaus sei das nicht zu begründen. „Den hat die WGS doch selbst verschuldet“, so Sonja-Rita Haß. „Die Wohnungen wurden doch gar nicht erst wieder vermietet.“

Die Abrisspläne der WGS sind offenbar nicht auf die Rostocker Straße beschränkt. Nach SVZ-Informationen ist das gesamte Gebiet bis zur Plater Straße betroffen. Alle Hochhäuser und Wohnblöcke zwischen Straßenbahntrasse und Hamburger Allee sollen zurück gebaut werden, wie es im Verwaltungsjargon heißt. Auf Deutsch: Es wird großräumig abgerissen. Hunderte Mieter sind betroffen. Ein Antrag auf Fördermittel für den Abriss soll bereits beim Land gestellt worden sein.

WGS-Geschäftsführer Thomas Köchig bestätigt die Pläne auf Nachfrage der SVZ. „Für eine Sanierung insbesondere der Fünfgeschosser, aber auch der Hochhäuser, gibt uns keine Bank eine Finanzierung.“ Deshalb bliebe nur der Rückbau. Allerdings nicht von heute auf morgen. „Das wird sich viele Jahre hinziehen“, sagt Köchig.

So wird bezüglich der Hochhäuser entlang der Hamburger Allee aktuell nur über den Abriss des Gebäudes diskutiert, an dessen Giebel ein überdimensionales Bücherregal zu sehen ist. „Die anderen Hochhäuser sind teilsaniert“, so Köchig. „Die werden noch 15 bis 20 Jahre stehen.“

Auch die Fünfgeschosser kommen nicht sofort weg. „Das wird nach und nach geschehen“, kündigt der WGS-Chef an. „Wir werden entlang der Straßenbahntrasse beginnen.“ Die WGS muss sich dabei nicht nur um die „normalen“ Mieter kümmern, wenn deren Wohnung abgeräumt wird. „Wir haben in den Blöcken auch sehr viele Gewerbetreibende.“ Denen muss äquivalenter Gewerberaum angeboten werden.

Auch Baudezernent Bernd Nottebaum findet den Abriss rund um den Berliner Platz richtig. „Wir wollen aber nicht, dass zwischen Rostocker und Plater Straße ein Loch entsteht“, sagt Nottebaum. „Ob am Ende des Tages tatsächlich alle Wohngebäude fallen, ist noch nicht sicher.“ Das ist auch davon abhängig, ob es für den Abriss Fördermittel gibt. Der Baudezernent kündigte dazu ein Gespräch mit dem Wirtschaftsministerium Mitte des Monats an.

Zunächst wird die WGS aber mit den Bewohnern der Hochhäus er Rostocker Straße reden. Morgen gibt es eine Mieterversammlung. Dann wird Thomas Köchig die Zeitabläufe erläutern. „Die Abrissbagger werden erst im Frühjahr 2017 rollen“, kündigte er gegenüber der SVZ an.

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