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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. September 2017 | 04:43 Uhr

Holthusen : Viele Maikätzchen sind Sorgenkinder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dutzende herrenlose Jungtiere werden derzeit in Holthusen betreut

von
erstellt am 23.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Alle Jahre wieder: Zu Beginn des Hochsommers landen viele der erst im Mai geborenen Kätzchen in Tierheimen. „Bei uns sind inzwischen etwa 40 Tiere angekommen“, berichtet Doris Schiemann von der Tierpension „Kleine Oase“ bei Holthusen. Und jedes Jahr ist es das gleiche Dilemma: Junge Katzen werden in einen Karton oder einen Korb gepfercht und einfach abgestellt. Zudem melden besorgte Menschen Funde von jungen Katzen, die mit oder ohne Muttertier irgendwo herrenlos leben. Und dann gibt es noch „echte“ Fundtiere, die allein auftauchen und eingefangen werden.

„So ein Fall ist Quenten“, erzählt Schiemann. „Aber die Geschichte dazu ist besonders traurig.“ Der junge Kater wurde am 13. Juli an der Landesstraße bei Fahrbinde gefunden. Weglaufen konnte das Tier nicht. Denn der rechte Vorderlauf war gebrochen. „Der Bruch war sehr kompliziert und kann eigentlich nicht von einem Verkehrsunfall herrühren“, sagt Schiemann. Durch eine Not-Operation wurde das Leben von Quenten gerettet, den rechten Vorderlauf hat er aber komplett verloren. Die Wunde ist inzwischen gut verheilt. „Quenten wird lernen, mit drei Beinen zu leben“, fügt Schiemann hinzu. Doch der kleine, ansonsten gesunde Kater hat gute Chancen, wenn er bei Tierfreunden in einer Wohnung mit ein bisschen Auslauf unterkommt. Das Leben in einer Wohnung scheint der junge Kater zu kennen, er ist zutraulich und verschmust. „Er muss bei Menschen gelebt haben“, vermutet Doris Schiemann. In vier bis fünf Wochen ist Quenten so weit, dass er vermittelt werden kann.

So lange werden auch viele der anderen „Maikätzchen“ in der „Kleinen Oase“ Zeit verbringen müssen. Von denen kämpfen derzeit auch einige um ihr Leben, aber nicht wegen Verletzungen. „Viele Tiere kommen krank oder mit Parasiten zu uns“, berichtet Doris Schiemann. Und wenn die Jungtiere im Alter von nur wenigen Wochen von ihrer Mutter verlassen wurden, sind diese oft unterernährt und dehydriert, wenn Tierfreunde sie finden. „Wir tun, was wir können, um diese Tiere zu retten“, erzählt Praktikant Peter Braun. Manchmal gelingt es, mutterlose Kätzchen in andere Würfe zu setzen. Einige müsse aber mit der Flasche gefüttert, per Hand aufgezogen werden. Tierärztliche Betreuung und Impfungen erhalten alle Tiere.

Dass es jedes Jahr zu der Maikätzchen-Schwemme kommt, ist unnötig, betont Doris Schiemann. Wer sich vernünftig um seine Katzen kümmert, sorgt auch dafür, dass diese sich nicht unkontrolliert vermehren. Und auch bei wild lebenden Hauskatzen kann das verhindert werden: Die Tiere müssen eingefangen, kastriert und geimpft werden. Die Gemeinden sind da in der Pflicht, für Härtefälle hat das Land ein Hilfsprogramm aufgelegt.

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