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Goldene Aussichten : Viele Handwerker suchen Nachfolger

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Berufsmesse zeigt goldene Aussichten für Lehrlinge: Betriebe werben um Azubis und Fachkräfte, denn viele Chefsessel werden frei

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Manuelles ist Oliver lieber als elektronisches „Zeug“. Das Uhrmacherhandwerk ist traditionell, erfordert viel Geschick und der Schweriner Uhrmacher de Klockenschauster alias Hans-Joachim Dikow sucht kurzfristig einen Auszubildenden und langfristig einen Nachfolger. Beste Aussichten, wenn man „genug Leidenschaft für den Beruf“ mitbringt und in Schwerin seine Zukunft sieht. Bislang haperte es immer an dem einen oder an dem anderen, wie der Meister meint.

Dass Handwerk in und rund um Schwerin wieder goldenen Boden hat, zeigte sich deutlich auf dem Berufsinformationstag des Handwerks im Bildungszentrum der Kammer, Werkstraße 600. Mehr als 2000 Interessierte ließen sich am Sonnabend zwischen den Ständen der mehr als 50 Aussteller treiben. Hier gab es Antworten auf drängende Fragen, erste Kontakte mit künftigen Arbeitgebern und wer wollte, konnte auch selbst Hand anlegen, mit Holz arbeiten, Leitungen verlegen oder Metall verbiegen. „Wer lieber kreativ ist und mit den Händen arbeitet, als sich mit Theorien an der Uni befasst, für den bietet das Handwerk derzeit beste Aufstiegschancen“, sagt Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin. 90 Prozent der Handwerker bezeichnen ihre wirtschaftliche Situation zurzeit als gut. 7700 Betriebe sind unter dem Dach der Schweriner Handwerkskammer organisiert. Im Schnitt haben diese vier bis fünf Mitarbeiter und „viele Meister suchen einen Nachfolger“, so Hummelsheim. Wer gleich nach der Haupt- oder Realschule eine Ausbildung abschließe, bekomme im anschließenden Meisterlehrgang alle fachlichen und betriebswirtschaftlichen Werkzeuge an die Hand, um einen Betrieb zu führen. „Für viele ist es attraktiv, der eigene Chef zu sein“, sagt er. Wem das nicht so liegt, der kann aber auch nicht so viel falsch machen, denn „wer den Meisterbrief erlangt, bekommt automatisch die Hochschulreife und kann damit studieren“, sagt Hummelsheim weiter.

Nicht nur die Berufschancen auch die, eine Lehrstelle zu finden sind zurzeit vielversprechend. „Wir haben mehr Plätze als Bewerber“, sagt der Kammerchef weiter. Allerdings gäbe es immer noch die typische Unterteilung in Mädchen- und Jungenberufe.

Im Uhrmacherhandwerk verschwimmt diese Grenze. „Bei mir bewerben sich Mädchen und Jungen“, erzählt Hans-Joachim Dikow. Das Geschlecht sei ihm eigentlich auch egal, für ihn ist es viel wichtiger, dass er seinen Laden in einigen Jahren in vertrauensvolle Hände geben kann. Ob Oliver der richtige ist, blieb am Wochenende noch offen. Zumindest liebt er die Landeshauptstadt, denn er kommt aus Schwerin.

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