Lübstorfs Jägerschaft : Viele Böcke und kein Hirsch

Hunderte Böcke hat Günter Skalei (l.) bereits erlegt, den schönsten des vergangenen Jagdjahres stellte er in Alt Meteln vor.
Hunderte Böcke hat Günter Skalei (l.) bereits erlegt, den schönsten des vergangenen Jagdjahres stellte er in Alt Meteln vor.

Marderhund bereitet Weidmännern Sorgen: Abschussprämie wird diskutiert

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03. April 2017, 16:00 Uhr

„Jeder Bock hat ein Brett verdient“, sagt Günter Skalei und hängt seine Trophäe an die grün gestrichene Stellwand im Alt Metelner Gemeindesaal. Wenige Sekunden zuvor hat sein Hegeringsleiter Jörg Zink noch das Tannengrün angetackert. Den Bock aus dem vergangenen Jahr platziert er zwischen den mehr als einem Dutzend anderen. Sie kommen nicht von Skalei, sondern von den anderen 23 Mitgliedern des Hegerings Lübstorf. „Die schönsten Exemplare finden hier einen Platz und wir fachsimpeln“, sagt Günter Skalei, Obmann für Wildbewirtschaftung. Einmal im Jahr, wie auch an diesem Freitagabend, kommen sie zur Trophäenschau zusammen. „Wir nutzen dafür die Mitgliederversammlung. Das Interesse der Nicht-Jäger in der Region ist sehr verhalten“, erklärt Jörg Zink. Beim jüngsten Versuch, die Ausstellung öffentlich zu machen, kamen zwei Gäste. „Dafür müssen wir nicht einen Tag hier sitzen“, bringt es Zink auf den Punkt.

Im vergangenen Jagdjahr waren die Weidmänner recht erfolgreich. Auf der Fläche von 3500 Hektar streckten sie 81 Stücken Rehwild, 20 starben bei Unfällen – vorrangig an der B 106. Beim Schwarzwild wurden 75 mit der Waffe gestreckt, eins umgefahren. Insgesamt starben 31 Füchse, dabei 30 durch eine Kugel; zwei Dachse; ein Marder; 15 Tauben; neun Gänse und zwei Enten. Kein Hirsch. „Ein Problem ist der Marderhund. 28 wurden geschossen, aber es werden immer mehr“, sagt Skalei. Mit diesem Problem haben sich auch die Mitglieder des Landesjagdverbandes am Sonnabend in Linstow auseinander gesetzt. Es wird über Abschussprämien für bestimmte Arten nachgedacht, kündigte Landwirtschaftsminister Till Backhaus an.

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