Neue Hotels für Schwerin : Viele Betten – wenig Gäste

Viele Ideen, kein Investor: Für das zuletzt von der Polizei genutzte Haus in der Amtstraße gibt es laut Stadt Interessenten.
Viele Ideen, kein Investor: Für das zuletzt von der Polizei genutzte Haus in der Amtstraße gibt es laut Stadt Interessenten.

Hoteliers sorgen sich um die Auslastung der Häuser, wenn in Schwerin zwei neue Hotels öffnen

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29. Dezember 2016, 21:00 Uhr

Die Hoteliers in der Stadt schauen sorgenvoll in die Zukunft. Der Grund: In Schwerin ist der Neubau zweier Hotels im Gespräch. Der Hotel- und Gaststätten-Kreisverband hat jetzt in einem Brief an den Baudezernenten Bernd Nottebaum um Aufklärung gebeten und seine Befürchtungen dargelegt.

Schon während des Immobilienforums der Stadt hatte Nottebaum von einem Mittelklassehotel am Bürgermeister-Bade-Platz gesprochen. Außerdem könnte ein 4-Sterne-plus-Hotel am Beutel entstehen. Nach Informationen unserer Zeitung hat das Unternehmen Arkona
living, zu dem auch die Steigenberger Hotels gehören, Interesse am Standort Schwerin angemeldet. „In diesem Jahr ist die Auslastung der Hotels zwar leicht gestiegen“, sagt der Dehoga-Kreisvorsitzende Matthias Theiner. „Allerdings sind wir per August erst bei rund 40 Prozent.“ In Fachkreisen gilt eine Bettenauslastung ab 60 Prozent als auskömmlich.

Dass die Schweriner Hotels dennoch überleben, begründet Theiner mit Zusatzeinnahmen durch Tagungen, Familien- und Betriebsfeiern und ähnlichem. Und dass die Bettenauslastung leicht gestiegen sei, liege auch daran, dass in der Vergangenheit zwei große Hotels – auf dem Großen Dreesch und in Süd – geschlossen wurden. „Wenn jetzt wieder insgesamt 330 Betten dazu kommen sollen, bringt das große Probleme für die ansässigen Häuser.“

Dezernent Nottebaum wundert sich über die Aufregung der Hoteliers. „Erfahrungsgemäß nehmen neue Hotels den anderen Häusern keine Gäste weg, sondern bringen zusätzliche Besucher in die Stadt.“ Und die Chefin der Stadtmarketing Gesellschaft freut sich sogar über neue Beherbergungsbetriebe. „Im Sommer und bei besonderen Veranstaltungen wie zuletzt bei der Landtagswahl stoßen wir in der Stadt an Kapazitätsgrenzen“, sagt Martina Müller.

Dass zwei Hotelketten Interesse an Schwerin haben, ist für Nottebaum ein Signal. „Jahrelang haben Hotelinvestoren einen Bogen um die Stadt gemacht. Bei Ausschreibungen hatten wir gar keine Anbieter. Jetzt ist die Landeshauptstadt offenbar wieder attraktiv für Touristiker.“

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