Schwerin : „Viel Unterstützung gab es leider nicht“

So fängt der Tag entspannt an: Vor der Arbeit gönnt sich Karsten Flatt einen Espresso vor seinem Café.
So fängt der Tag entspannt an: Vor der Arbeit gönnt sich Karsten Flatt einen Espresso vor seinem Café.

Die Gewinner des Gründerwettbewerbs – heute: Karsten Flatt vom Café Feinspitz

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18. April 2018, 16:00 Uhr

Der Schweriner Gründerwettbewerb von Stadt, IHK und Handelsverband wurde 2013 ins Leben gerufen, um mehr Schwung in die Stadt zu bringen. Nach drei Auflagen steht diese Initiative auf dem Prüfstand, da die Bewerberzahlen zuletzt deutlich zurück gegangen sind. Wie es weitergeht, ist noch offen. Doch was hat der Wettbewerb den Siegern gebracht? Heute: Karsten Flatt vom Café Feinspitz.

Karsten Flatt sitzt auf einer Bank vor seinem Feinspitz in der Puschkinstraße und gönnt sich einen Espresso. Gleich geht er in die kleine Küche seines kleinen Cafés und bereitet ein paar Kleinigkeiten vor. Tafelspitzsulzerl, Teigtascherln, Kaiserschmarrn, Apfelstrudel mit Schlagobers. Österreichische Spezialitäten sind zu seinem Geschäft in der Schelfstadt geworden, ein Geschäft, das vor fünf Jahren Gestalt annahm.

Der Schauspieler aus Halle betrat Neuland, versuchte sein Glück als Gastronom in Schwerin. Da passte es vorzüglich, dass gerade in diesem Jahr ein Gründerwettbewerb ausgeschrieben wurde. Flatt bewarb sich, stellte sein Konzept persönlich der Jury vor und gehörte letztlich als Drittplatzierter zu den Gewinnern der ersten Auflage. Sein Gewinn: „250 Euro und ein Beratungspaket“, sagt der heute 48-Jährige. Mit dem Geld habe er keine großen Sprünge machen können, die Beratung sei spartanisch ausgefallen. „Einmal hat sich eine Werbedesignerin eine Stunde lang mit mir unterhalten“, erinnert sich der Existenzgründer. Auch City-Managerin Sabine Steinbart habe ihm geholfen, wenn es mal um eine Genehmigung oder einen Bauantrag ging. Doch unterm Stich steht für Flatt fest: „Viel Unterstützung gab es insgesamt leider nicht. Da habe ich mir von einem Gründerwettbewerb schon mehr versprochen“, fasst er zusammen. Zum Beispiel einen Coach, einen Profi, „der mich in den ersten Wochen meiner Selbstständigkeit begleitet und beraten hätte“, sagt der Café-Betreiber.

Im August wird das Feinspitz fünf Jahre alt. Ursprünglich sah sein Konzept vor, mehr abgepackte Spezialitäten zu verkaufen, als Speisen zuzubereiten. Andersherum ist es gekommen. Auf Mitarbeiter hat Karsten Flatt bisher verzichtet. Einen Tag war er in dieser Zeit krank, der Urlaub war rar. Das sei der Preis der Selbstständigkeit. Bereut habe er diesen Schritt nie, denn den Traum vom eigenen Café in einer lebenswerten Stadt habe er sich erfüllen können. „Ich habe mein Auskommen und bin zufrieden.“

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