zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

16. August 2017 | 19:12 Uhr

Ausblick : Viel Theater mit weniger Musik

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neuer Spielplan setzt auf Vielfalt sowie Innovation und versucht, die verkürzten Dienstzeiten der Staatskapelle auszugleichen

Die für das Theater beschlossenen Sparmaßnahmen schlagen auf den neuen Spielplan durch. „Natürlich sind die Einschnitte spürbar“, sagte Generalintendant Joachim Kümmritz gestern bei der Vorstellung des Almanachs für 2014/15. „Da die Musiker der Staatskapelle nach dem Haustarifvertrag weniger Dienste haben, stehen sie nicht mehr für alle wünschenswerten Projekte zur Verfügung. Wir werden beispielsweise unsere Ballett-Inszenierung von Tschaikowskis Nussknacker nicht mit Orchestermusik machen können.“ Auch das Puppentheater wird nicht mehr von einer fest angestellten Puppenspielern geleitet, sondern mit Gast-Ensembles bespielt. „Unser Job ist nicht, Schwierigkeiten zu beklagen, sondern gutes Theater zu machen“, betonte Kümmritz. Trotz aller Widrigkeiten sei das – wie Besucherzahlen um die 200 000 zeigten – in der zu Ende gehenden Spielzeit erreicht worden und das werde auch in der neuen gelingen, so der Intendant. Gemeinsam mit den Direktoren aller Sparten sei ein innovatives und attraktives Programm erarbeitet worden, das sich an ein breites Publikum wendet.

Dafür rücken alle Sparten enger zusammen. Beliebte übergreifende Produktionen wie die Musicals „Producer“ oder „Sonnenallee“ stehen ebenso auf dem Spielplan wie als eigenes „Wintergastspiel“ die „Rocky Horror Show“ mit Professor Markus Wünsch in der Hauptrolle.

Punkten will das Theater außerdem mit neuen, innovativen Formaten. Nachdem sich bereits die Opern-Gala und Opern-Lounge als Renner erwiesen haben, folgen nun auch eine Operettengala mit jungen Dirigenten und ein Kammeropernabend. Neu sind die Zusammenarbeit mit dem Festival Verfemte Musik und mit der Kirche – Bischof Gerhard Ulrich eröffnet die Reihe der Theater-Predigten. Erstmals werden die Schweriner Literaturtage im Theater gestartet und das Dialog-Festival, zu dem sich Theatergruppen behinderter und nicht behinderte Laienschauspieler alljährlich in Schwerin treffen, lockt mit Gastspielen.

Inhaltlich wird das Staatstheater mehr zu bieten haben als ein übliches Stadttheater. Einige Beispiele: Acht Sinfoniekonzerte, die jeweils dreimal gespielt werden, Cross-Over- und Jugendkonzerte, die gewaltige Chor-Gala „Schwerin singt“ mit 500 Mitwirkenden in der Kongresshalle, die „Meckproms on tour“. Auf dem Spielplan stehen Plenzdorfs „Die neuen Leiden des jungen W.“, Heiner Müllers „Germania“, Tellkamps „Der Turm“ in einer Fassung von Peter Dehler, das Weihnachtsmärchen und zwei Theater-Theken-Nächte, plattdeutsche Erstaufführungen und eine Kinderfassung von „Popeye“ und vieles mehr.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 06.Jun.2014 | 22:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen