Gartenfeuer : Viel Qualm um nichts?

Rauchsäule  über einem Kleingarten bei Görries: Werden hier  illegalerweise Gartenabfälle verbrannt oder    wurde die  zugelassene Feuerschale nur zu stark mit Holz bestückt?
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Rauchsäule über einem Kleingarten bei Görries: Werden hier illegalerweise Gartenabfälle verbrannt oder wurde die zugelassene Feuerschale nur zu stark mit Holz bestückt?

Zweierlei Maß bei Gartenfeuer: In Schwerin gilt ein striktes Verbot, im Umland sind Flammen im März als letztmögliche Ausnahme erlaubt

svz.de von
17. März 2014, 23:27 Uhr

Es ist wieder die Zeit der Rauchzeichen: Über Kleingartensiedlungen, aber auch aus so manchem Vorgarten steigen Rauchsäulen auf. Denn im März findet der große Frühjahrsputz in allen Gärten statt. Und was dabei nicht auf dem Komposthaufen landet, geht oft in Feuer und Rauch auf. Ein Unterschied zwischen Stadt und Umland ist dabei nur selten auszumachen. Gezündelt wird überall. Dabei herrscht innerhalb der Stadt Schwerin ein striktes Verbot für die beliebten Gartenfeuer. Schließlich kann hier von den Haushalten die braune Tonne genutzt oder im Garten kompostiert werden. Darüber hinaus stehen Annahmestellen für Grünschnitt Container und auch die Entsorgung in Papiersäcken als Alternativen zu Verfügung. Doch das kostet Geld. Genau da scheint das Problem zu liegen. Denn es ist billiger und sicher auch bequemer, das Streichholz ans aufgeschichtete Gestrüpp zu halten, statt es zur Annahmestelle zu fahren und dort für die Entsorgung zu zahlen. Beim Blick über die Stadt-Umland-Grenzen kommt zudem die Frage hinzu: Warum dürfen die – und wir nicht?

Doch mit dem Dürfen ist es auch in den beiden Landkreisen keine ganz so einfache Sache. Denn das Land hat klar festgelegt: Kompostieren hat Vorrang. Wenn das nicht geht und es auch keine anderweitige Entsorgungsmöglichkeit gibt, dürfen in Nordwestmecklenburg und in Ludwigslust-Parchim jetzt im März und wieder im Oktober Gartenfeuer entfacht werden. Die sollten aber klein bleiben, dürfen nur werktags für maximal zwei Stunden lodern und müssen so in Schach gehalten werden, dass der Qualm niemanden belästigt. Und auf den notwendigen Brandschutz muss ohnehin geachtet werden.

„Das Verbrennen ist stark zurückgegangen“, schätzt Steffen Grünwaldt, Betriebsleiter für Abfallwirtschaft in Ludwigslust-Parchim, ein. Dabei wird gerade in diesem Großkreis das Sammelsystem von Grünschnitt umgestellt und vereinheitlicht. Feste Annahmestelle statt Container heißt die Variante, die schon vor der Kreisfusion in Ludwigslust favorisiert wurde und nun auch in der Parchimer Region Standard werden soll. Doch der Ausbau des Sammelstellen-Systems braucht Zeit. Deshalb stehen derzeit in vielen Dörfern des Amtes Crivitz wieder Container. Sammelstellen gibt es bei der Firma „Otto Dörner“ in Crivitz und Consrade, bei Gollan in Crivitz, bei Agro-Humus in Demen und bei der Agrargenossenschaft Plate.

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