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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 14:13 Uhr

Neue Geschäftsidee : Viel mehr als eine Salatbar

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gesundes Essen, Arbeitsplätze für Behinderte sowie Nachdenken über Gott und die Welt in einem Laden

von
erstellt am 27.Jan.2015 | 23:08 Uhr

Es klingt wie eine mehr als ungewöhnliche Geschäftsidee: Salat essen, Produkte aus Behindertenwerkstätten kaufen, kaputte Stühle zur Reparatur bringen und sich aus der Bibel vorlesen lassen. All das und noch mehr können Kunden jetzt im „Salädchen“ in der Wismarschen Straße 143. Ein Großteil der Mitarbeiter haben psychische oder seelische Behinderungen und sind bei den Ramper Werkstätten angestellt. Der Laden vereint drei Geschäftspartner: Kirchenregion Schwerin-Stadt, die Sozial-Diakonische Arbeit – Evangelische Jugend und das Diakoniewerk Neues Ufer.

Das Schweriner „Salädchen“ ist ein Novum in vielerlei Hinsicht. Das Diakoniewerk Neues Ufer ist der erste gemeinnützige Franchisenehmer, mit dem Felix und Peter Heinzmann, Gründer und Geschäftsführer des bundesweit tätigen Franchise-Unternehmens, zusammenarbeiten. Sie möchten hier Erfahrungen sammeln, um diese weiter multiplizieren zu können, sagt der Bereichsleiter Behindertenhilfe und Werkstättenleiter des Diakoniewerks, Berno Thiem, der das Projekt mit angeschoben hat. Das „Salädchen“ mit den einladenden Schaufenstern und den gemütlichen Sitzkissen hat bereits seit Herbst geöffnet – montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr – und sich schon einen festen Kundenstamm erworben. Vor allem Mitarbeiter des quasi gegenüber liegenden Stadthauses sind häufige Gäste oder Schüler der Altenpflege- oder Erzieherschulen am Pfaffenteich.

„An der Salattheke können wir Menschen mit unterschiedlichen Fertigkeiten einsetzen“, sagt Berno Thiem. Sprich: Wer gut rechnen kann, geht an die Kasse, die anderen bedienen Kunden oder bereiten die einzelnen Salatzutaten vor. „Mittelfristig möchten wir hier auch Produkte von unserem Biobauernhof in Zietlitz anbieten“, sagt Thiem. Drei Klienten und ein Anleiter stellen aktuell das Salädchen-Personal, insgesamt 24 Werkstatt-Plätze hat das Neue Ufer aber im Gesamtkomplex an der Wismarschen Straße geschaffen. Die meisten sind in der Korbwerkstatt beschäftigt, die bislang nur in Crivitz angesiedelt war. Hier kann man handgeflochtenen Stuhlsitzflächen aufarbeiten lassen oder Spankörbe bestellen. Weitere Informationen gibt es vor Ort, dabei darf den Handwerkern auch über die Schulter geschaut werden. Handwerkliches aus der Kreativwerkstatt „Schön Irre Schön“ der Ramper Werkstätten kann hier ebenfalls erworben werden.

Über Aktivitäten der Schweriner Kirchengemeinden und der Diakonischen Einrichtungen kann man sich im Kirchenladen informieren, der direkt an die Salatbar anschließt. „Schon seit 15 Jahren wünschen wir uns so einen Raum, in dem sich Kirche witzig und anders präsentiert – ohne zu missionieren“, sagt Pastor Holger Marquardt und zeigt begeistert ein kleines Original-Kunstwerk, das er sich gerade aus dem Kunst-Automaten im Kirchenladen gezogen hat. „Das hier ist ein Schaufenster und kein Taufseminar.“ Im Kirchenladen geht es vorrangig um Kennenlernen und um neue Ideen in der Auseinandersetzung über Himmel und Erde, über Not und Hilfe. So wird zunächst auch eine Buchtauschaktion angeboten: Gäste des „Salädchen“ können z.B. in der Mittagspause lesen oder im Tausch des ausgelesenen Buchs ein anderes mitnehmen. Das Angebot soll durch kulturelle Veranstaltungen ergänzt werden.




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