Pingelshagen : Viel mehr als eine Bücherei

Sie sind teil des Teams, das dafür sorgt, dass die Pingelshagener sich jeden Montag zwischen 17 und 18 Uhr Bücher ausleihen können: Renate Rabe, Ulrich Leonhardt (M.) und Gert Nick.
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Sie sind teil des Teams, das dafür sorgt, dass die Pingelshagener sich jeden Montag zwischen 17 und 18 Uhr Bücher ausleihen können: Renate Rabe, Ulrich Leonhardt (M.) und Gert Nick.

In der Pingelshagener Bibliothek wird gelesen, Skat gespielt, Englisch gesprochen und manchmal auch musiziert

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08. März 2018, 23:48 Uhr

Einmal im Monat setzen sich Ulrich Leonhardt und Gisela Brückner vor den Computer in der Bibliothek. Gisela holt dann die große Kiste auf den Tisch, greift ein Buch nach dem anderen heraus und diktiert  Ulrich jeden einzelnen Titel. Heute ist es wieder soweit. Zwei Stunden  lang wollen sie Bücher, die ihnen  die Pingelshagener in den vergangenen Wochen vorbeigebracht haben, auf diese Weise erfassen. Und weil die  Zeit erfahrungsgemäß  nicht ausreichen wird,  kommen am nächsten Tag gleich noch einmal zwei Helfer aus dem Bibo-Team: Margit Weding und Renate Rabe. „Es ist nicht einfach, freie Termine  zu finden“, sagt Margit Weding.  „Hier ist wirklich fast jeden Tag was los.“  Denn in die  Bibliothek    auf dem Platz gegenüber vom Dorfgemeinschaftshaus  kommen nicht nur die Bibo-Leser,  sondern   auch die Skatspieler,  die Englischfreunde und manchmal auch die Mütter mit ihren Babys. „Wir  nennen    das hier Klub für Jedermann“, sagt Ulrich Leonhardt. Er ist der Chef der Bibliotheksgruppe. Aber das hört er nicht so gerne. „Wir sind ein  Team. Jeder  hilft mit und sorgt dafür, dass  es heute so gut läuft, wie es läuft.“

Etwa vor  vier Jahren, als der Bücherbus  des Landkreises nicht mehr in Pingelshagen hielt,  entschied man sich im Dorf, eine Bibliothek einzurichten. „Den Grundstock legte der Nachlass eines verstorbenen Pingelshageners“, erzählt Ulrich Leonhardt. „Danach dauerte es nicht lange,  bis die Ersten aus dem Dorf uns ihre Bücher vorbeibrachten.“  Wände malern, Regale zusammenschrauben, Bücher einsortieren – das  alles   übernahmen die vielen Helfer der Bibliotheksgruppe. Heute stehen in den  Regalen  etwa 2000 Bücher. Registriert sind 54 Leser, geschätzt  die Hälfte  kommt regelmäßig, manche davon sogar jeden Montag.  Neun Mal im Jahr lädt die Bibliothek zu Lesungen ein. Entweder mit  Schriftstellern  aus der Region, wie  der Krimi-Autorin Diana Salow. Oder mit  Pingelshagenern, die  aus ihrem Lieblingsbuch  lesen. Dazu gibt es  Rotwein – und manchmal   sogar Livemusik. Kommenden Montag um 19.30 Uhr liest Judith Strauß-Wunder aus „Das kunstseidene Mädchen“  von Irmgard Keun. Man sollte nicht zu spät kommen. Meistens  wird  es  voll.

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