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Herrenloser Koffer in Schwerin : Viel Lärm um fast nichts

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Einsatz des Munitionsbergungsdienstes: Herrenloser Koffer befindet sich nun bei der Polizei

von
erstellt am 14.Nov.2017 | 21:00 Uhr

Unscheinbar sieht er aus, harmlos. Dabei sorgte er am Montagabend für reichlich Aufregung in Krebsförden, verlängerte für manch Berufstätigen die Fahrt in den Feierabend: Ein silberfarbene Rollkoffer, den ein Unbekannter an der Haltestelle „Ellerried“ vergessen – oder womöglich absichtlich abgestellt hatte (SVZ berichtete). Der Munitionsbergungsdienst rückte an, um das Gepäckstück zu öffnen. Der Inhalt: ein Ball, ein Verlängerungskabel und ein Schlauch.

Nun steht der Koffer im Polizeirevier in der Graf-Yorck-Straße. „Ein bisschen suspekt ist der Inhalt schon“, sagt Polizeisprecher Steffen Salow. Es gäbe bislang aber keinen Hinweis darauf, dass sich ein irgendein Schelm einen schlechten Witz erlaubt hat. „Wir gehen nach jetzigem Stand davon aus, das jemand den Koffer vergessen hat und dass wir es nicht mit der Vortäuschung einer Straftat zu tun haben“, so Salow. Der Koffer werde noch einige Tage im Revier stehen und dann ins Fundbüro wandern.

Ein Busfahrer hatte den herrenlosen Koffer gegen
17 Uhr an der Haltestelle entdeckt. Zwei Streifenwagen eilten daraufhin zum Ort des Geschehens, riegelten die Straße Ellerried zwischen der Kreuzung Eckdrift und der Auffahrt zur Umgehungsstraße ab. Die Busse des Nahverkehrs wurden umgeleitet, der Munitionsbergungsdienst verständigt. Mitarbeiter des Dienstes röntgen das Gepäckstück – und gaben Entwarnung. „Damit war auch klar, dass eine Evakuierung der Umgebung nicht notwendig wurde“, erklärt Salow.

Ganz ähnlich war das Vorgehen der Einsatzkräfte auch, als im Juni dieses Jahres ein herrenloser Koffer am Pfaffenteich in Höhe der Straße Zum Bahnhof gefunden wurde. Der Inhalt des Gepäckstücks damals: Hemden, Hosen, Rasierer und Duschgel. „Wir nehmen jeden solchen Fund ernst, nicht erst seit der Verhaftung eines mutmaßlichen Bombenbauers in Schwerin“, betont der Polizeisprecher.

Und wer trägt nun die Kosten für den Einsatz
der Munitionsberger? Wenn jemand aus Versehen einen Koffer vergesse und dadurch unfreiwillig einen Polizeieinsatz auslöse, dann werde er dafür nicht bestraft, sagt Salow. Sollte sich bei den weiteren Ermittlungen aber herausstellen, dass jemand das Gepäckstück absichtlich an einem öffentlichen Ort deponiert hat, um der Polizei einen Streich zu spielen, dann könne er für die Ausgaben auch belangt werden.

Im Fall des Ellerried-Koffers erkennt der Polizeisprecher bisher keinen Hinweis für einen Vorsatz. „Der Koffer macht einen guten Eindruck. Nach Entsorgung sieht die Angelegenheit auf jeden Fall nicht aus.“

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