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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. Oktober 2017 | 16:40 Uhr

Viel Kultur und viel Streit

vom

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2011 | 11:14 Uhr

Schwerin | Kulturstadt Schwerin - die Messlatte hing hoch nach dem Jubiläumsjahr der Landeshauptstadt. Aber die Erwartungen wurden durchaus erfüllt. Dabei machte vor allem das Theater als Leuchtturm der landeshauptstädtischen Kultur Schlagzeilen. Das Schauspielensemble wurde mit der Inszenierung "Der Biberpelz" beim Deutschen Theatertreffen in Berlin geadelt, die Ballettcompagnie beim internationalen Antike-Festival in Bodrum gefeiert. Die Staatskapelle glänzte mit den MeckProms im Schlossgarten und auf Tour. Das Musiktheater kämpfte 21 verregnete Open-Air-Aufführungen des "Freischütz" von insgesamt 23 durch. Mit der Wahl der Freilichtbühne für die Schlossfestspiele - ein perfekt für die romatische Oper geeigneter Spielort - und dem Verzicht auf Gastspiele in der Winterpause zugunsten der Eigenproduktion des Musicals "Der kleine Horrorladen" ging das Theater erneut innovative Wege und wurde mit insgesamt rund 190 000 Besuchern belohnt. Trotz des überdurchschnittlich hohen Einspiel ergebnisses konnte das strukturelle Defizit nicht abgebaut werden, Hilfe vom Land blieb aus, dem Haus drohte die Insolvenz. Um diese abzuwenden, musste der Aufsichtsrat harte Sparmaßnahmen beschließen. Der Streit mit dem Land über dessen Verantwortung für das Staatstheater erkalierte.

Mit derlei Problemen hatte der Nachbar des Theaters am Alten Garten, das Staatliche Museum, in diesem Jahr nicht zu kämpfen. Der in Landesträgerschaft befindlichen Kultureinrichtung gelang mit seiner Sonderausstellung "Sommergäste. Von Arp bis Werefkin. Klassische Moderne in Mecklenburg und Pommern" der große Griff. Mehr als 22 000 Besucher sahen die überregional mit viel Lob bedachte Exposition. Nebeneffekt für die Jahresbilanz: Mit insgesamt rund 275 000 Besuchern in vier Häusern - Galeriegebäude, Schlossmuseum, Güstrower und Ludwigsluster Schloss - steht das Staatliche Museum gut da. Auch dank innovativer und interaktiver Ideen: Pa rallel zu den "Sommergästen" wurde eine Fotoausstellung initiiert, für die die Schweriner ihre eigenen Urlaubserinnerungen eingereicht hatten. Ebenfalls passend dazu holte die Stadt mit ihrem facettenreichen Kultursommerprogramm eine Ausstellung von Grafiken und Zeichnungen namhafter Vertreter der klassischen Moderne ins Schleswig-Holstein-Haus. Die letzte Ausstellung des Jahres mit Werken von Wilhelm Facklam setzte einen interessanten Kontrapunkt dazu. Ausstellungsmäßig hatte Schwerin aber 2011 noch ein weiteres Highlight zu bieten: Die 2000 Jahre alte Terrakotta-Armee des chinesischen Kaisers kam mit exzellenten, originalgetreuen Nachbildungen in die Sport- und Kongresshalle. Der Veranstaltungstempel hatte ohnehin viel zu bieten: Andrea Berg, Helene Fischer, Roland Kaiser, Mario Barth und weitere Stars gaben sich die Klinke in die Hand und sorgten ein ums andere Mal für ein volles Haus. Auch dem Speicher war das mit dem attraktiven Programm-Mix und Stars wie Carl Palmer oder Uwe Steimle immer wieder gelungen.

Etwas überrascht vom Kultur-Interesse der Schweriner zeigten sich indes die Veranstalter der Schlossgartennacht am Ende des Gartensommers, die von dem Besucheransturm förmlich überrannt wurden. Immerhin: Mit der Auftaktveranstlung des Sommers, der Schweriner Klangwelle, oder dem Pfingstjazz-Open-Air wurden ebenfalls innovative Elemente in die Kulturstadt Schwerin gebracht.

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