zur Navigation springen

Viele Schweriner sauer : Video: Streik legt Nahverkehr lahm

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mitarbeiter untermauern mit Ausstand ihre Forderung nach mehr Lohn / Tausende Fahrgäste warten vergeblich auf Busse und Bahnen

von
erstellt am 27.Jan.2017 | 20:59 Uhr

Tausende Kunden des Nahverkehrs haben gestern Vormittag vergeblich auf Busse und Straßenbahnen gewartet. Ein Warnstreik hat den öffentlichen Personennahverkehr in der Landeshauptstadt von 8 bis 13 Uhr nahezu komplett lahmgelegt. Rund 100 Mitarbeiter traten nach Gewerkschaftsangaben in den Ausstand, um ihre Forderung nach mehr Lohn zu untermauern. „Wir wollen ein klares Signal in den laufenden Tarifverhandlungen setzen“, sagte Gerhard Mette, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei der Gewerkschaft Verdi.

165 Euro mehr im Monat fordert die Gewerkschaft für jeden Mitarbeiter bei einer Laufzeit von einem Jahr, dazu noch eine Erhöhung
der Dienstunterbrechungspauschale auf zwei Euro pro angefangene Stunde und eine Anhebung der Erholungspauschale für Verdi-Mitglieder. Der Nahverkehr hat eine Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro jeweils für 2017 und für 2018 angeboten, will die Erholungspauschale für alle Mitarbeiter in beiden Jahren jeweils um 150 Euro anheben, der Teildienstzuschlag soll auf vier Euro pro Dienst erhöht werden.

 

„Die Forderung von Verdi passt nicht in die Tariflandschaft“, sagte Christian Renk, für Personal zuständiger Geschäftsführer beim Schweriner Nahverkehr. Unter dem Strich würden auf den Verkehrsbetrieb zusätzliche Lohnkosten in Höhe mehr als sechs Prozent zukommen. „Das wäre nicht vertretbar“, so Renk. Verdi-Mann Mette verwies dagegen auf die gestiegenen Fahrgastzahlen und Mehreinnahmen beim Nahverkehr auf der einen und erhöhte Lebenshaltungskosten bei den Mitarbeitern auf der anderen Seite. Sein Fazit: „Das Angebot, das der Nahverkehr auf den Tisch gelegt hat, ist nicht angemessen.“ Am kommenden Dienstag wollen sich Gewerkschaft und Unternehmen wieder an einen Tisch setzen, um zu verhandeln.

Der Warnstreik kam für die Leitung des Nahverkehrs völlig überraschend. Um einen Notfahrplan zu organisieren habe es keine Zeit gegeben, lediglich auf einigen Buslinien seien während des Streiks vereinzelt Fahrzeuge gefahren, hieß es. Die Kunden des Nahverkehrs, die in klirrender Kälte ausharrten, zeigten überwiegend wenig Verständnis für den Ausstand. Informationen erhielten nur Fahrgäste, die an Haltestellen mit einer elektronischen Anzeige standen. „Ich habe eine halbe Stunde in der Pasewalker Straße gewartet und wusste von nichts“, sagte etwa die 15-jährige Meline aus Neumühle. Schließlich habe ihr Großvater sie abgeholt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen