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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 14:10 Uhr

Holthusen : Verwahrloste Vögel aufgepäppelt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tierpension Holthusen versorgt Wellensittiche und Nymphensittiche, die das Veterinäramt des Landkreises aus einer Wohnung geholt hatte

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2014 | 14:00 Uhr

Sie zwitschern wieder fröhlich und munter: Die 15 Wellensittiche und vier Nymphensittiche lassen es sich in der Voliere der Tierpension „Kleine Oase“ in Holthusen gut gehen. „Sie haben sich prächtig erholt. Wir können sie jetzt an Interessierte abgeben“, sagt Doris Schiemann, Inhaberin der Tierpension.

Die Vögel wurden Anfang September aus einer Wohnung einer Kleinstadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim eingezogen – vom zuständigen Veterinäramt. Besorgte Tierfreunde hatten die Behörde über die unzureichenden Haltungsbedingungen in der Wohnung des Besitzers der Vögel informiert. Das Veterinäramt hatte sich vor Ort umgeschaut und den Halter angewiesen, für bessere Bedingungen zu sorgen und die Missstände zu beseitigen. Eine Frist war vorgegeben und damit eine erneute Kontrolle angekündigt. Bei dieser mussten die Mitarbeiter des Veterinäramtes aber feststellen, dass sich an der Unterbringung der Vögel nichts geändert hatte. Die Konsequenz: Das Amt musste die Vögel aus der Wohnung holen lassen. Damit wurde die Tierpension Holthusen beauftragt. Doris Schiemann erinnert sich: „Ein Mitarbeiter von uns hat die Vögel eingefangen. Sie waren in einer Art Kleiderschrank untergebracht, der zum Käfig umgebaut worden war. Der Halter hatte lediglich die Türen herausgenommen und dafür einen Maschendraht angebracht, so dass die Tiere Licht und Luft hatten. Die Behausung aber war für die Anzahl der Vögel viel zu klein, sie hatten keine Möglichkeit, zu fliegen. Und sie waren nicht gut ernährt, hatten zu wenig Futter bekommen.“ Ein Beleg dafür waren die lang gewachsenen Schnäbel bei einigen Wellensittichen. Doris Schiemann: „Wenn Vögel nicht ausreichend zu picken haben, kann sich ihr Schnabel nicht abnutzen. Er wächst. Und dass erschwert dann die weitere Futteraufnahme.“

Weil der Platz so beengt war, saßen die Vögel völlig apathisch da und waren verhaltensauffällig. Das führte dazu, dass sie sich gegenseitig Federn ausrupften. Das käme eindeutig durch Platzmangel, betont die Fachfrau.

Mittlerweile sind die Wellensittiche und Nymphensittiche in der Tierpension Holthusen wieder gut drauf. „In der Voliere haben sie viel mehr Platz, mehr Licht und Luft. Sie werden artgerecht ernährt, bekommen unter anderem Körnerfutter, viel Gemüse und ab und an auch gekochte Eier, weil für sie Eiweiß wichtig ist.“ Und dann dürfen frische Zweige in unterschiedlicher Stärke nicht fehlen. An ihnen können sich die Sittiche Schnäbel und Krallen abwetzen.

Den Sittichen geht es jetzt schon wieder gut, so dass das Veterinäramt sie zur Vermittlung freigibt. Wer sich schon immer Wellensittiche oder Nymphensittiche zulegen wollte, kann sich in der Tierpension Holthusen bei Doris Schiemann melden (Telefonnummer 03865-844330). Es ist eine geringe Schutzgebühr zu entrichten. Weil Sittiche Schwarmvögel sind, sei es ratsam, gleich mehrere, etwa vier bis sechs Vögel , in einer Voliere zu halten. In der Gruppe fühlen sie sich gut aufgehoben, rät sie.

Dass Vögel ein zeitweiliges Zuhause in der Tierpension bekommen, das sei eher selten, sagt die Inhaberin. Sie habe innerhalb von zehn Jahren erst das zweite Mal Sittiche aufgenommen. Die meisten Tiere, die in der „Kleinen Oase“ vorübergehend betreut werden, sind Hunde und Katzen.

 

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