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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Dezember 2017 | 18:52 Uhr

Tanzen leicht gemacht : Vertrauen gehört zum Tango

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Haus der Kultur geht es heiß und rhythmisch zur Sache: Argentinisches Tänzerpaar unterrichtet Schweriner mit Temperament

von
erstellt am 10.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Draußen ist es dunkel, nass und kalt – darum schnell rein ins Warme. Sie freuen sich schon auf den Kurs: Paula Alvarez Hriba und Rodrigo Arze beeilen sich, um in den ersten Stock im Haus der Kultur zu kommen. Im hellen Saal hängen große, bunte Malereien an den Wänden. Das Parkett ist frisch gebohnert. In den Ecken stehen Lautsprecher, aus denen Tangomusik zu hören ist – die lateinamerikanischen Klänge machen den Raum noch wärmer. Den beiden Argentiniern merkt man schon bei der Begrüßung ihr Temperament an. Küsschen links, Küsschen rechts. „Wie geht es dir? Schön, dass du da bist“, freut sich die 28-jährige Paula bei der ersten Umarmung jedes Tanzwütigen. Ihr Deutsch ist nicht ganz so gut, aber mit einer Mischung aus Englisch und Spanisch klappt die Verständigung.

Nach und nach trudeln alle 20 Kursteilnehmer ein. Mehr Frauen als Männer. Im Alter sehr gemischt. Von etwa 30 bis 65 Jahre. Sie legen die dicken Winterjacken ab und wechseln die Schuhe. Bei den meisten zieren nun Turnschuhe die Füße. Der Kurs „Körpertraining um Tango zu tanzen“ beginnt.

„Das wichtigste beim Tango ist Vertrauen“, erklärt der 33-jährige Rodrigo als Erstes. „Bildet Zweierteams. Dann schließt einer im Team die Augen und lässt sich von seinem Partner, nur durch eine Hand am Körper, durch den Raum führen.“ Die Augen geschlossen. Eine Hand am Rücken. Der Druck verrät wie schnell es vorwärts geht. Plötzlich ist die Hand weg. Das Zeichen um stehen zu bleiben. Zuerst noch steif. Leicht verkrampft – schließlich begibt man sich in fremde Hände. Man muss sich bedingungslos führen lassen. Dann plötzlich an der rechten Schulter ein leichter Druck. Es geht nun rückwärts. Mal schnell, dann wieder kleine langsame Schritte. Stopp. Ein Finger an der linken Schulter. Er bohrt sich in den Pullover. Eine Drehung. Leichter Schwindel. Stopp. Rollenwechsel.

Nun geht es mit geöffneten Augen weiter. Man trägt Verantwortung. Muss den Überblick behalten. Seinen Partner zur Musik durch den Raum führen, dabei aufpassen, dass man kein anderes Paar trifft. „Gut so. Ihr müsst euch auf den anderen verlassen“, begutachtet Paula das Treiben auf der Tanzfläche. Die Musik verstummt. „Nun machen wir eine neue – wie heißt das Wort? Ah ja, Übung“, sagt Rodrigo voller Elan. Wieder muss einer im Team die Augen schließen. Nun sollen aber mit leichtem Druck die Füße bewegt werden. Eine Fußspitze tippt gegen den rechten des Partners. Der Druck wird heftiger. Es geht nach hinten. Gewicht verlagern. Dann zur Seite. Wieder das Gewicht verlagern. Beide zusammen. „Ihr macht das ganz toll“, lobt Paula fröhlich und wirbelt zum nächsten Paar. Dann endet der Kurs. Die Teilnehmer machen zufriedene Gesichter. Der erste Schritt ist getan. „Tango ist Leidenschaft und Vertrauen“, beendet Rodrigo die erste Tangostunde.

Tipp:

Heute kann von 21 Uhr an im Haus der Kultur, Mecklenburgstraße, zu Livemusik getanzt werden. Das  „Duo Fuertes Varnirin“ singt romantische Tangos wie „Sueño Azul“ oder Walzer, in einer unglaublichen Geschwindigkeit, wie „Flores del Alma“. Der Eintritt kostet 12 Euro. Vereinsmitglieder müssen acht Euro zahlen. Außerdem findet jeden Dienstag um 19.30 Uhr ein Tangokurs statt.

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