zur Navigation springen

Suchaktion auf Schweriner See : Vermisster Surfer – keine Spur

vom

Vermeintlicher Unfall auf dem Schweriner See sorgt für Großeinsatz der Feuerwehren. Geordneter Rückzug nach mehr als drei Stunden

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2017 | 17:53 Uhr

Wind und Wasser peitschen den Männern ins Gesicht. Immer wieder suchen sie mit dem Fernglas den See ab. „Da ist nichts zu erkennen. Kein Segel. Kein Mensch. Kein Surfbrett“, sagt einer der Feuerwehrmänner. Vor gut einer Stunde gab es die Alarmierung, dass ein Kite-Surfer auf dem Schweriner See zunächst ins Wanken geraten und dann mit seiner kompletten Ausrüstung untergegangen sei. So lautete die Meldung, die bei der Einsatzleitstelle einging. Neben der Ortswehr aus Retgendorf wurden auch die Wehren aus Leezen, Neu Schlagsdorf und Liessow alarmiert. Die Leitung des Großeinsatzes übernahm die Amtswehrführung.

„Wir bekommen jetzt Unterstützung von der Bundespolizei – Hubschrauber Merlin I ist auf dem Weg“, erklärt Amtswehrführer Markus Eichwitz. Im Zehn-Sekunden-Takt stimmt er sich mit seinem Stellvertreter  Tim Kuhlmann ab. Aber nicht nur unter den beiden stimmt die Kommunikation. „Wir arbeiten hier wirklich Hand in Hand mit den Feuerwehren auf der anderen Seite des Sees zusammen“, betont Eichwitz. Denn auch Brandschützer aus Bad Kleinen, Hohen Viecheln und Seehof unterstützen den Einsatz – selbst auf dem Wasser.

Zusätzlich zu den Wehren suchen DRK, DLRG und Wasserschutzpolizei den See Meter für Meter ab. Über ihnen tobt der Sturm und dicke graue Regenwolken erschweren die Sicht. Auch zwei Stunden nach der Alarmierung ist von dem vermeintlich verunglückten Kite-Surfer nichts zu sehen. Die Wolken ziehen ab. Der Polizeihubschrauber rückt an. Nachdem er den kompletten See einmal überflogen hat, landet Merlin I auf der großen Rasenfläche neben dem Ferienpark in Retgendorf.

Auch die Amtswehrführung hat dort ihre Zentrale aufgebaut. „Wir müssen jetzt die weitere Vorgehensweise besprechen, denn es ist sehr schwer, Kontakt zum Hubschrauber zu bekommen“, sagt Einsatzleiter Eichwitz. Langsam werden erste Zweifel unter den Kameraden der Feuerwehren laut, ob der Surfer wirklich verunglückt ist. „Ein Mann hat das Ganze beobachtet, ist vom Strand oben zur Rezeption gelaufen, um den Unfall auf See zu melden“, sagt Tim Kuhlmann. Es sei durchaus möglich, dass der Surfer sich wieder aufgerichtet hat und weiter gefahren ist.

Doch die Männer suchen weiter. Auch der Polizeihubschrauber geht wieder in die Luft. Mittlerweile haben die Bootsbesatzungen den Bereich mit Bojen eingegrenzt, in dem der Surfer gefunden werden könnte. Nach weiteren zehn Flugminuten ist klar: „Wir haben nichts gesehen – kein Fund“, rauscht es durch eines der Funkgeräte. Tim Kuhlmann. Markus Eichwitz winkt seine Truppen ran. „Die Alarmierung ist jetzt drei Stunden her. Der See hat sich beruhigt, wir können teilweise bis auf den Grund schauen. Niemand hat etwas gesehen. Wir brechen ab“, gibt er das Signal zum Zusammenpacken. Die Polizei-Befragungen haben zudem ergeben, dass es trotz gut gefüllter Strände am Nachmittag nur einen Zeugen gab, der den Unfall gesehen hat. „Das ist aber egal. Scheint ein Mensch in Not, rücken wir aus. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig oder gar zu spät“, sagt   Eichwitz. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen