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Consraderin malt die Lewitz : Verliebt ins Grau und in Consrade

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Künstlerin Karin Mersmann ist in ihre einstige Heimat zurückgekehrt und bringt die schönen Seiten der Lewitz auf die Leinwand

von
erstellt am 08.Mär.2017 | 11:45 Uhr

Der Himmel hat sich grau gefärbt. Dicke Wolken verweben sich am Himmel. Die Aussicht aus dem Fenster geht in Richtung Friedhof. Einen Neustart stellt man sich wohl anders vor – farbenfroher. Doch es ist genau das, wonach Karin Mersmann lange gesucht hat. Denn für sie sind es mehr als nur ein trübe Farbkleckse. „Genau dieses Grau ist es, was mich so fasziniert“, sagt die Mecklenburgerin und schwärmt vom Riedgras, den Vögeln und auch den tief-schwarzen Gräben. Karin Mersmann hat sich verliebt – verliebt in die Lewitz. Und ein bisschen in ihren neuen Heimatort: „Ich habe das Gefühl, Consrade hat auf mich gewartet“, sagt sie. Denn bislang hat Karin Mersmann an vielen Orten in Deutschland gelebt, aber nie sei sie so herzlich empfangen worden wie im Schweriner Umland. „Ich habe sogar eine Art Ersatzfamilie gefunden“, erklärt sie und ihre Augen glänzen. Denn nach vielen Jahren in Thüringen, Baden-Württemberg, Franken und Bayern hat es sie in ihre Heimat zurückgezogen. „Ich kenne Schwerin und die schöne Natur hier schon sehr lange“, sagt Karin Mersmann.

Nach der Schule absolvierte sie eine Ausbildung südlich von Berlin, kam dann nach Wickendorf und machte die Fachausbildung zur Gebrauchswerberin und Plakatmalerin. Kurz war die Landeshauptstadt ihr Zuhause. 1980 zog sie nach Thüringen und von dort später weiter durch die Republik. „Es waren schöne Zeiten, aber ich wusste immer: Irgendwann gehe ich zurück nach Schwerin“, sagt sie und steigt die kleine Treppe hinauf zu ihrem Atelier. Dort ist einiges noch in Kisten verpackt – ältere Arbeiten, Plakate von Ausstellungen und auch Werkzeug. Auf ihrem Arbeitstisch liegen die neusten Werke. Es sind ganz besondere Blickwinkel in die Lewitz, Singvögel und andere heimische Tiere – alles auf Leinwand. „Ich kann mich an einem Grasbüschel erfreuen“, sagt die Seniorin und schmunzelt. Denn alles, was in Farbe auf einer Leinwand landet, werde zunächst genau untersucht. „Nur wenn ich verstehe, wie sich das Blütenblatt um den Stempel schlängelt, kann ich es auch malen“, erläutert die Künstlerin. Ebenso gehören Auftragsarbeiten zu ihrem Wirken. „Es kamen schon häufiger Menschen und haben mich gebeten, ihr Haus oder ihren Hof zu malen. Das mache ich sogar gern.“ Ebenso zeigt sie ihre Kunst gern bei Ausstellungen. Klein und fein wie derzeit im Consrader Gasthaus „Zum Fässchen“. Beteiligt war die ehemalige Standesbeamtin auch beim Bund Fränkischer Künstler auf der Plassenburg in Kulmbach sowie in Weilburg beim Pleinair in Erlangen und neuerdings bei den Tüffelwochen in der Lewitz.

Hauptsächlich widmet Mersmann sich der Aquarellmalerei. Aber Kohle, Pastell und andere Materialien gehören ebenso zum Repertoire ihrer Arbeitsweise – wenngleich auch nicht zu der prädestinierten. Schon ein flüchtiger Blick auf ihre Arbeiten verrät: Es ist nicht nur Begabung, sondern auch reichlich Übung, die in Form von Farbe zum Ausdruck kommt. „Es reicht eben nicht aus, malen zu können. Man muss das immer wieder trainieren und sich weiterentwickeln.“

Selbst als sie sich den rechten Arm verletzt hatte und mit der eigentlichen Arbeitshand keinen Pinsel mehr aufnehmen konnte, ließ sich sich nicht vom Malen abhalten. „Ich habe es dann mit Links versucht. Es ist eines meiner schönsten Werke geworden“, sagt Karin Mersmann und holt ein großes Aquarell mit einer Schnecke hervor. Ein ähnliches Motiv ziert auch ein Buch, ein Werk mit Gedichten von Beate Blendinger „Es ist Liebe, sicherlich…“ Und genau dieser Titel bringt auch auf den Punkt, warum sich Karin Mersmann so in ihrer wiedergewählten Heimat wohlfühlt: Liebe.

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