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Schweriner Bundessiegerin : Verliebt in einen Kontrabass

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die 15-jährige Clara Heilborn ist Bundessiegerin bei „Jugend musiziert“

„Man kann immer noch besser werden“, sagt Clara Heilborn. Sie hat sich mit ihrem Kontrabass beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ mit Höchstpunktzahl einen ersten Preis erspielt und will sich auf den Lorbeeren keinesfalls ausruhen. Im September geht es nach Münster zur „Wespe“, dem Wochenende der Sonderpreisträger, bei dem die Besten der besten Nachwuchsmusiker Deutschlands musizieren. Darauf bereitet sich die 15-Jährige derzeit intensiv vor. „Ich werde was aus der Klassischen Moderne spielen, und als zeitgenössisches Werk habe ich mir eine Komposition von Lera Auerbach aus Dresden ausgesucht“, erzählt die Musikschülerin vom Konservatorium. Diesen Sommer stehen aber auch noch Konzertieren mit dem Jugendsinfonieorchester des Landes und der Bundeskammermusikkurs auf ihrem Programm.

Wie wird man so gut? „Ich habe mit acht Jahren mit dem Musikunterricht angefangen“, berichtet die Zehntklässlerin vom Goethegymnasium. „Der Bass hat mich total fasziniert, ich habe eine Affinität zu tiefen Tönen. Also habe ich mich dafür entschieden und es nie bereut. Für mich steht fest: Ich will Musik studieren und zwar Kontrabass.“ Mit Karsten Lauke habe sie aber auch einen vorzüglichen Lehrer. Der Solokontrabassist der Mecklenburgischen Staatskapelle unterrichtet sie seit mehreren Jahren. „Er ist anders als die meisten Lehrer. Er will dass wir selbst denken“, sagt Clara Heilborn.

„Die Lehre liegt mir sehr am Herzen“, betont Lauke. Guter Nachwuchs sei wichtig. Es sei außerdem gut für Selbstreflexion und Selbstdisziplin. „Ich möchte kein Kopieren, sondern die Schüler anregen. Sie müssen ihr eigenes Licht entdecken und entfalten“, sagt der Kontrabassist, der nicht nur in der Staatskapelle, sondern auch in diversen anderen Formationen spielt. Und ihm sei wichtig, dass seine Schützlinge auch den Hintergrund des Musiker-Berufes kennen lernen. „Mann muss seine Möglichkeiten ausloten, darf aber den eigenen Körper nicht überfordern“, erläutert der Profi-Musiker.

Beim Ausloten hilft Clara derzeit auch ihr Unterricht in Rostock. Sie ist in der studienvorbereitenden Abteilung der Yaro, der Young Academy Rostock, in der besonders talentierte junge Musiker von Professoren der Hochschule für Musik und Theater gefördert werden.

„Wir pflegen diese Zusammenarbeit seit mehreren Jahren. Sie ist sehr fruchtbringend für unsere Schüler“, sagt Christina Lüdicke vom Konservatorium, die die Kooperation koordiniert. Der Vergleich und der Austausch mit gleichaltrigen Hochbegabten sei für die jungen Leute enorm wichtig. Das stimuliere und erweitere den künstlerischen Horizont.

Das bestätigt Clara Heilborn sofort. „Es ist zwar aufwändig, jede Woche nach Rostock zu fahren, aber es lohnt sich auf alle Fälle. Ich bekomme von Professor Silvio Dalla Torre viele Anregungen und der Austausch mit anderen Jungstudenten ist auch wichtig. Man hört immer etwas, von dem man sich sagt: Das möchte ich auch spielen können“, erzählt die 15-Jährige selbstbewusst. „Das ist ja das Schöne an der Musik: Man kann sie immer noch verfeinern“, fügt Christina Lüdicke schmunzelnd hinzu.

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erstellt am 12.Jul.2016 | 09:00 Uhr

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