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Blick zurück : Verlässt die Stadtvertretung nach 20 Jahren: Renate Voss

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ehemalige Vizepräsidentin blickt auf zwei Jahrzehnte kommunalpolitischer Arbeit in Schwerin zurück

von
erstellt am 12.Mai.2014 | 23:11 Uhr

Renate Voss ist ein Urgestein der Stadtvertretung. Schon zu Zeiten, als das oberste politische Gremium Schwerins noch im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais tagte, gestaltete die bündnisgrüne Politikerin die Geschicke der Stadt mit, war zeitweise sogar Vizepräsidentin der Stadtvertretung. Für ihre Verdienste wurde die 77-Jährige am Ende dieser Legislaturperiode von Dr. Reinhard Dettmann, Vorsitzender des Städte- und Gemeindetages, mit der Ehrennadel des Städte-und Gemeindetages gehrt, ebenso wie sieben weitere Politiker für 20 Jahre Mitarbeit in der Stadtvertretung: Monika Renner, Gerlinde Haker, Erika Sembritzki, Gert Rudolf, Georg-Christian Riedel, Dietrich Thierfelder und Rolf Steinmüller.

Für die neue Stadtvertretung wird Renate Voss nicht mehr zur Verfügung stehen, sie räumt die politische Bühne. Anlass zur Rückschau:

„Die Zeit, als wir noch mit einer eigenen Fraktion in der Stadtvertretung saßen, war für mich die schönste in der Kommunalpolitik. Wir hatten viele Ideen, Kampfgeist und Spaß an der Politik und mit Dr. Edmund Haferbeck auch einen besonderen Politiker in unseren Reihen“, erinnert sich Renate Voss. Doch eitel Sonnenschein sei ihre Arbeit in der Stadtvertretung nicht geworden. Und das hatte mehrere Gründe: „Für die Wahl 1994 hatten wir, also die Bürgerbewegung ,Demokratie jetzt‘, das Neue Forum und weitere Initiativen, uns mit den Grünen vereinigt. Wir wollten Veränderungen, die anders als der kapitalistische Weg aussehen sollten. Doch wir haben dafür keine Mehrheiten gefunden. Ich muss es ganz deutlich sagen: Wir haben wenig erreicht von unseren damaligen Zielen. Das schmerzt.“

Die Verbindung mit den Grünen war aus Sicht von Renate Voss nicht die glücklichste Entscheidung für die Bürgerbewegung aus der ehemaligen DDR. „Für mich war es erschreckend, wie die Grünen auf Bundesebene um die Macht gebuhlt haben. Als dann unter Rot-Grün die Truppenentsendung nach Afghanistan beschlossen wurde, war für mich das Maß voll, ich bin, wie viele andere auch, aus der Partei ausgetreten“, erinnert sich die Schwerinerin und begründet: „Ich finde, man muss zu seinen Überzeugungen stehen.“ Das ist das Credo, das die 77-Jährige jungen Politikern mit auf den Weg geben will.

Für die neue Stadtvertretung wünscht sie sich, dass die Abgeordneten freundlich, sachlich und ohne Parteiengezänk zum Wohle der Stadt konstruktiv zusammenarbeiten.

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