Aufregung in Schwerin : Verkommt der Lambrechtsgrund?

So sahen Anfang Juni die Zuschauertraversen aus. Das Unkraut ist inzwischen verschwunden.
So sahen Anfang Juni die Zuschauertraversen aus. Das Unkraut ist inzwischen verschwunden.

Sportfunktionär erhebt schwere Vorwürfe gegen die Betriebsgesellschaft - Geschäftsführer versichert: alles in Ordnung

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22. Juni 2017, 20:55 Uhr

Anfang Juli sollen im Lambrechtsgrund die Landesmeisterschaften der zehn- bis zwölfjährigen Leichtathleten stattfinden. „Ich schäme mich jetzt schon als Wettkampfrichter und Bürger Schwerins gegenüber den Sportlern aus den anderen Städten des Landes für dieses verdreckte Stadion“, schreibt Hans-Joachim Grande in einem Brief an Oberbürgermeister Rico Badenschier. „Mit der Privatisierung des Sportkomplexes Lambrechtsgrund müsste man doch davon ausgehen, dass diese Anlagen, als Eigentum der Stadt, gepflegt und gewartet werden.“ Grande schickte auch gleich einen ganzen Katalog an Fotos an den Oberbürgermeister. Unkraut auf den Zuschauertribünen, ein verdreckter Laufbelag, eine tote Fliege in der Laufhalle, die angeblich schon drei Wochen dort liegt. „Wird von Seiten der Stadt, als Eigentümer, keine Kontrolle durchgeführt?“, fragt Hans-Joachim Grande.

„Die Sportverwaltung hat in den vergangenen Wochen bereits Gespräche zum Zustand des Stadions geführt“, teilt dazu Oberbürgermeister Rico Badenschier mit. „Wir sind dankbar für den Hinweis des Bürgers und haben das Schreiben zum Anlass genommen, um bei einem Vor-Ort-Termin mit der Lambrechtsgrund Betriebsgesellschaft die Mängel und deren zeitnahe Beseitigung zu erörtern. “

Der Chef der Betriebsgesellschaft, Wieland Scheible, versteht die Welt nicht mehr. „Wir lassen die Sportanlagen im Lambrechtsgrund nicht verloddern. Ich habe kein schlechtes Gewissen.“ Der von Grande beschriebene Zustand sei längst behoben. „Bis Mitte Mai hatten wir schlechtes Wetter. Danach explodierte das Unkraut geradezu“, sagt Scheible. Die Bilder, die Grande dem Oberbürgermeister schickte sind von Anfang Juni. „Inzwischen ist alles längst wieder sauber“, so Scheible. „Wir können nicht jeden Grashalm einzeln herauszupfen.“

Eins aber ist noch offen – die Reinigung der Laufbeläge. „Der Auftrag ist erteilt“, sagt Wieland Scheible. „Allerdings können wir jetzt, wenn der Trainingsbetrieb noch läuft, die Bahnen nicht sperren, das gäbe einen Aufschrei.“ Deshalb werden die Arbeiten im August ausgeführt. Einen genauen Termin will Scheible noch nicht nennen. „Wir wollen das mit der geplanten Erneuerung des Rasens koordinieren.“

Mit dem Unkraut hat seit Monatsbeginn auch die Chefin der Sport- und Kongresshalle, Petra Blunk, zu kämpfen. „Gift dürfen wir nicht einsetzen. Derzeit sind unsere Mitarbeiter deshalb dabei, das Unkraut aus den Fugen zwischen den Platten vor der Halle mit der Hand herauszukratzen.“

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