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Großer Dreesch in Schwerin : Verjüngungskur für die Platte

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Wer zum ersten Mal durch die Hamburger Allee fährt, der ärgert sich vielleicht nicht nur über den holprigen Straßenbelag, sondern schaut auch mit leichtem Schaudern die nicht gerade einladenden Häuserfronten entlang.

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erstellt am 18.Jun.2013 | 06:47 Uhr

Schwerin | Wer zum ersten Mal durch die Hamburger Allee fährt, der ärgert sich vielleicht nicht nur über den holprigen Straßenbelag, sondern schaut auch mit leichtem Schaudern die nicht gerade einladenden Häuserfronten entlang: Hier sollen Menschen gerne leben? Ja, sagen viele Dreescher, die entlang der Magistrale wohnen, die zu DDR-Zeiten als Leninallee gebaut wurde. Dennoch: Ein frisches Farbkonzept sowie mehr Ordnung und Sauberkeit wünschen sie sich in ihrem Quartier. Und weiterhin bezahlbare Mieten. Das war das einstimmige Ergebnis des Diskussionsabends "Attraktives Wohnen in der Platte", zu dem die Friedrich-Ebert-Stiftung ins Mehrgenerationenhaus des Internationalen Bundes eingeladen hatte. Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Hacker, WGS-Chef Guido Müller und SWG-Vorstand Wilfried Wollmann waren Podiumsgäste, Stadtteilmanagerin Hanne Luhdo moderierte den Abend. Doch wie es mit der Platte weitergehen soll und vor allem, wer dafür verantwortlich ist, darüber schieden sich die Geister. Den größten Leerstand hat die Stadt weiterhin in den Plattenbauvierteln, allein in Verschönerungsmaßnahmen - wie die geforderten Fassadenanstriche - wird die WGS nicht investieren. Vollständig erneuern oder gar nicht lautet die Devise. Aber wie künftig saniert wird, ist nicht abschließend geklärt. Landtagsabgeordneter Jörg Heydorn verwies eindringlich auf den demografischen Wandel und forderte noch viel mehr seniorenfreundliche Umbauten. Doch auf die Problemfelder Fahrstuhlfinanzierung, Rollatorenstellplätze und Schwellenlosigkeit möchte Hanne Luhdo den Dreesch nicht reduziert sehen. Bunt gemischtes, friedliches und hilfsbereites Zusammenleben aller Generationen, ein besseres Image und mehr Bewegung wünscht sie sich für die drei Stadtteile, in denen mehr als 20 000 Menschen wohnen. Der Verein Power for Kids, der ein Haus in der Keplerstraße gekauft hat und dort genau so ein Wohnkonzept fährt, dient ihr gern als positives Beispiel. "Vor wenigen Tagen kam ein junger Mann ins Stadtteilbüro, der künftig mehr Initiativen für Leute zwischen 16 und 25 Jahren hier anbieten will", erzählte Hanne Luhdo. Vielleicht sei das ja ein tragfähiges Modell für die Zukunft der Platte.

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