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Arsen in der Schwerin : Vergiftetes Wasser sorgt für Unruhe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein viel zu hoher Arsenwert ist im Grundwasser entdeckt worden – Anwohner fühlen sich von der Stadt hintergangen

von
erstellt am 20.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Knapp 14 Tage ist es her, dass auf Grund einer SVZ-Nachfrage bei der Stadt herauskam, dass im Grundwasser der Jahnstraße Arsen gefunden wurde. Der gemessene Wert betrug 300 Mikrogramm pro Liter. Erlaubt sind höchstens 60 Mikrogramm. Die Anwohner wussten von nichts. Sie sind nun wütend und gleichermaßen enttäuscht vom Informationsmanagement der Landeshauptstadt.

„Ich hatte keine Ahnung. Keiner hat uns informiert. Erst nach dem Artikel in der SVZ hatten wir plötzlich einen Zettel von der Stadt im Briefkasten“, berichtet Hans-Joachim Tietz erschüttert. Und dieser Zettel habe nicht mal in einem Briefumschlag gesteckt. „Er war formlos – einfach im Briefkasten zwischen der Werbung. Ich hätte ihn fast weggeschmissen“, erzählt eine andere Anwohnerin. Und nicht alle Betroffenen scheinen überhaupt dieses Informationsschreiben bekommen zu haben: „Ich hatte nichts im Kasten. Ich kenne die Werte nur aus der Zeitung“, sagt ein älterer Bewohner der Jahnstraße.

Bereits im Februar seien immer wieder Männer auf dem Hinterhof gewesen und hätten Bohrungen vorgenommen. Warum, das hätten sie nicht verraten. „Jetzt haben wir Mai und werden nur informiert, weil die Presse es aufgedeckt hat“, ärgert sich Astrid Drews. Und sie fragt sich weiter, wohin denn das Gift wandert. „Denn es scheint ja von der alten Galvanik zu kommen. Geht es in den Schweriner See? Besteht Gefahr für Fische? Für Badegäste?“ Es sei einfach ein Unding, die Anwohner im Dunkeln tappen zu lassen und nun die Gefahr runter zu spielen. „Ich glaube den Verantwortlichen der Stadt nichts mehr. Sie sagen, es ist ungefährlich, aber warum haben sie dann nicht gleich mit offenen Karten gespielt?“, fragt Tietz.

Und auch in der Grünen Straße machen sich die Anwohner ihre Gedanken: „Früher hatte ich einen Gemüsegarten. Den habe ich vor einiger Zeit aufgegeben“, erzählt eine ältere Schwerinerin. Grund dafür: Immer wieder sah das gesammelte Regenwasser im Garten merkwürdig aus. „Es lag ein eigenartiger Film auf dem Gemüse. Ich habe dann Proben nehmen lassen.“ Und auch hier sei Arsen gefunden worden. „Der Wert soll unbedenklich sein, aber gesund ist es sicher auch nicht“, erklärt die Dame.

Stadt verheimlicht Arsenfund im Grundwasser der Schelfstadt – der Wert ist fünffach höher als der Schwellenwert zur Norm

Posted by Zeitung für die Landeshauptstadt - News aus Schwerin & Umgebung on Montag, 11. Mai 2015

 

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