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Zeitung für die Landeshauptstadt

12. Dezember 2017 | 15:19 Uhr

MusikFestival : Verfemtes erklingt wieder in Schwerin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Musikfestival holt mehr als 80 Künstler aus 21 Ländern in die Landeshauptstadt: Eröffnungskonzert am 15. September

von
erstellt am 08.Sep.2014 | 23:44 Uhr

Das internationale Festival „Verfemte Musik“ in Schwerin wird erstmals von der Mecklenburgischen Staatskapelle unter der Leitung ihres Generalmusikdirektors Daniel Huppert eröffnet. Bei ihrem 1. Sinfoniekonzert der neuen Spielzeit steht am 15., 16. und 17. September im Großen Haus auch die Aufführung der „Sonate concertante“ für Flöte und Kammerorchester des niederländischen Komponisten Leo Smit auf dem Programm, der von den Nazis im KZ Sobibor ermordet wurde. Den Solopart übernimmt die niederländische Flötistin Eleonore Pameijer, Gründerin der Leo-Smit-Stiftung.

Im Mittelpunkt des dreiwöchigen Festivals steht der Interpretationswettbewerb für Nachwuchsmusiker, die sich mit verfemter Musik beschäftigen und in Vergessenheit geratene Werke der von den Nazis verfolgten oder ermordeten Komponisten wieder ins öffentliche Bewusstsein holen. „Mit mehr als 80 Teilnehmern aus insgesamt 21 Ländern ist der Zulauf so groß wie nie zuvor“, berichtet Festivalleiter Volker Ahmels vom Landesverband Jeunesses Musicales. Der Wettbewerb wird vom 2. bis 4. Oktober an drei Spielorten ausgetragen – im Konservatorium, in der Volkshochschule und im Schleswig-Holstein-Haus. Der Eintritt ist frei.

Das Festivalprogramm selbst ist so facettenreich wie nie zuvor angelegt. Es wird neun Filme im Kino unterm Dach der Volkshochschule geben, Podiumsdiskussionen mit Zeitzeugen wie Anita Lasker-Wallfisch, Esther Bauer und Zvi Cohen, ein Schultheaterprojekt und eine Sonderausstellung im Fridericianum, die die Schicksale der Anne Frank und des früheren Schweriner Domkantors Winfried Petersen in Dialog setzt, und natürlich Musik, auch an ungewöhnlichen Orten. So wird das Demmler-Quartett im Museum spielen, im Foyer der Stadtwerke gibt es ein musikalisches Cross over unter dem Motto „Jazz meets Classic“ mit Ballettaufführungen. Inhaltlich im Mittelpunkt des Festivals stehen die von den Nazis verfolgten niederländischen Komponisten, insbesondere Leo Smit und der 1944 in Auschwitz ermordete Dick Kattenburg.

„Die Schicksale der verfemten Musiker sind bewegend und traurig, nicht aber ihre Musik. Die ist lebensbejahend, lebendig und musikalisch interessant“, betont Ahmels. Deshalb dürfe sie nicht in Vergessenheit bleiben. „Dieses Festival leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungsarbeit. Ich freue mich besonders darüber, dass es in der Landeshauptstadt angesiedelt ist und weit über die Grenzen Schwerins hinaus strahlt“, betont Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Sie dankte den vielen Partnern, ohne deren Unterstützung das Projekt nicht zu schaffen wäre.



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