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Schweriner Musikfest : Verfemte Musik: Festival holt Stars

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jugend stellt sich dem Wettbewerb, renommierte Musiker laden ein zu Konzerten

von
erstellt am 13.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Das internationale Festival Verfemte Musik ist in diesem Jahr so breit aufgestellt wie nie zuvor: Vom 22. September bis zum 2. Oktober gibt es Konzerte, Lieder- und Kammermusikabende, Ausstellungen, Film- und Theaterprojekte und einen akademischen Tag.

Im Zentrum aber steht der Interpretationswettbewerb. 50 junge Musiker haben sich angemeldet, darunter auch die 26-jährige Klarinettistin Melina Paetzold, die solistisch sowie im Duo mit der Schwerinerin Dorothea Ramsenthaler an den Start geht. „Ich bin während meines Studiums an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock (HMT) auf die verfemte Musik aufmerksam geworden und sie hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist keineswegs traurige oder melancholische Musik, wie oft vermutet wird, sondern schöne, lebenszugewandte, oft sogar lustige Musik“, beschreibt die junge Klarinettistin.

Die besondere Faszination des Schweriner Festivals indes sieht sie in der Begegnung mit Zeitzeugen. „Es ist so berührend, wenn sie von ihrem Leben erzählen. Da wird Geschichte wahrlich lebendig“, erzählt Melina Paetzold. Dieses Phänomen habe sie auch bei anderen Festivalbesuchern beobachtet. Vor vier Jahren hat die junge Musikerin selbst am Wettbewerb teilgenommen. Jetzt beschäftigt sie sich auch beruflich mit verfemter Musik – ist wissenschaftliche Assistentin an der HMT.

Da weiß sie natürlich, wie hochkarätig das Rahmenprogramm des diesjährigen Festivals besetzt ist. Das Eröffnungskonzert gestaltet der weltberühmte Cellist Raphael Wallfisch gemeinsam mit dem Pianisten John York am 23. September. Sie spielen unter anderem Werke von Ernst Krenek (1900-1991), der in diesem Jahr im Zentrum des Festivals stehen wird. Krenek gilt als bedeutender Wegbereiter der Avantgarde. Seine Musik wurde von den Nazis verboten, er floh in die USA.

Raphael Wallfisch kommt nicht allein, er wird seine halbe Familie mitbringen. In einer Gesprächsrunde mit Festivalleiter Volker Ahmels werden seine Mutter Anita Lasker-Wallfisch, die im Mädchenorchester von Auschwitz den Holocaust überlebte und später eine berühmte Cellistin in Großbritannien wurde sowie ihre Tochter Marianne und Enkel Simon Wallfisch aus der Familiengeschichte erzählen.

Weitere Höhepunkte des Festivals sind unter anderem das Jazz-Konzert mit dem Star-Pianisten Jaspar van‘t Hof, der Liederabend mit Simon Wallfisch und Julius Drake, die Kammerkonzerte des Schweriner Verdi-Quartetts und des Ensembles Opus 45. Festivalprogramme und Eintrittskarten gibt es im Konservatorium, Telefon 0385/5558926.

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