Spendenaktion startet : Verfemte Musik: 16 000 Euro fehlen

Anita Lasker-Wallfisch blätterte  zusammen mit Konservatoriums-Chef Volker Ahmels und den Studentinnen Anne-Sophie Layritz (l.) und Laura-Marlene Gieck im Notenarchiv.
Anita Lasker-Wallfisch blätterte zusammen mit Konservatoriums-Chef Volker Ahmels und den Studentinnen Anne-Sophie Layritz (l.) und Laura-Marlene Gieck im Notenarchiv.

Festivalleitung startet Spendensammlung, um Finanzierungslücke für den internationalen Wettbewerb zu schließen

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08. Juli 2014, 17:30 Uhr

Der internationale Musikwettbewerb des Schweriner Festivals „Verfemte Musik“ steht auf des Messers Schneide. Zu seiner Finanzierung fehlen 16 000 Euro. Darüber informierte gestern Cheforganisator Volker Ahmels. Er betonte aber zugleich: „Das Festival als Ganzes ist nicht in Gefahr.“ Er selbst sei zudem überzeugt, dass die Finanzierungslücke für den Wettbewerb mit Spenden geschlossen werden kann. Dazu hat der Veranstalter, der Landesverband Jeunesses Musicales, eine Sammelaktion im Internet, ein so genanntes Crowdfunding, gestartet.

Die Finanzlücke sei unter anderem dadurch entstanden, dass Stiftungen, die das Projekt unterstützten, wegen der aktuell niedrigen Zinsen ihre Förderung zurückgefahren hätten, sagte Organisator Volker Ahmels.

Die Landeshauptstadt kann angesichts eigener finanzieller Probleme nicht einspringen. „Ich denke aber positiv und bin mir absolut sicher, dass wir das fehlende Geld zusammenbekommen“, betonte Ahmels. Unterstützer können ihre Spende auf das Internetportal www.startnext.de/verfemte-musik buchen. Das kann anonym oder mit Namensnennung erfolgen, auf Wunsch werden Spendenbescheinigungen ausgestellt.

Das Festival beginnt am 15. September mit einem Konzert der Mecklenburgischen Staatskapelle mit der Soloflötistin Eleonore Pameijer aus Holland. Aufgeführt werden auch Stücke des Niederländers Leo Smit, der 1943 von den Nazis im KZ Sobibor ermordet wurde. Zu dem Wettbewerb mit Musik von Komponisten, die von den Nazis verfolgt, ins Exil getrieben oder ermordet wurden, haben sich 90 junge Musiker aus 21 Ländern angemeldet – ein Teilnehmerrekord. Er findet vom 2. bis 5. Oktober statt. Dazu werden wieder mehrere Zeitzeugen erwartet, darunter Anita Lasker-Wallfisch aus England, eine Überlebende des KZ Auschwitz, die zugleich Ehrenvorsitzende der hochkarätig besetzten Jury ist. Aus New York kommt die Holocaust-Überlebende Esther Bauer, aus Israel Zvi Cohen, der das Ghetto Theresienstadt überlebte.

Im Mittelpunkt des Festivals stehen in diesem Jahr verfemte Komponisten aus den Niederlanden. Dazu zählt neben Leo Smit auch Dick Kattenburg, der mit 23 Jahren im KZ Auschwitz umkam. Das diesjährige Schultheaterprojekt und die Ausstellung im Gymnasium Fridericianum beschäftigen sich mit dem Leben der Anne Frank. Zum Festival gehören neben dem Wettbewerb und zahlreichen Konzerten auch Zeitzeugengespräche und mehrere Filmvorführungen.


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