Schweriner Sportstätten : Vereine als Paten für Sportstätten

Sportplatz in Eigenverantwortung: Trainer Frank Fulton weist auf der Krösnitz, der Heimstätte der Schwerin Diamonds Kinder in den Baseball-Sport ein.
Sportplatz in Eigenverantwortung: Trainer Frank Fulton weist auf der Krösnitz, der Heimstätte der Schwerin Diamonds Kinder in den Baseball-Sport ein.

Modell wie auf der Krösnitz hat sich bewährt: Jetzt könnten auch für städtische Turnhallen Betreuungsverträge abgeschlossen werden

von
15. September 2017, 05:00 Uhr

Wer einmal auf der Krösnitz den ehemals ziemlich heruntergekommenen Post-Sportplatz besucht, wird staunen. Die Baseballer und Motocrosser haben ein liebevoll gepflegtes Vereinsareal geschaffen. Die Idee, die kommunalen Plätze in Vereinsobhut zu geben, geht auf. Die Sportvereine müssen für die Nutzung keine Gebühr mehr an die Stadt bezahlen und stecken natürlich auch mehr Engagement und Eifer in „ihre“ Vereinsflächen. Die Stadt spart auf der anderen Seite die nicht unerheblichen Unterhaltskosten.

Das Beispiel Krösnitz ist kein Einzelfall. „Bereits mehr als die Hälfte unserer Sportplätze befinden sich in der Betreuung von Vereinen“, sagt Sportdezernent Andreas Ruhl. Jetzt plant er, die Idee mit den positiven Auswirkungen für beide Seiten auch auf Turnhallen auszuweiten. „Wir haben aktuell vier Hallen im Blick“, sagt der Dezernent und verweist aber auch auf die Probleme dabei: Zum einen muss der Schulsport abgesichert und uneingeschränkt möglich bleiben. Auf der anderen Seite befinden sich viele der städtischen Sporthallen in einem katastrophalen Zustand. „Die Wärmedämmung beispielsweise in der Halle Perleberger Straße ist so desaströs, dass wir uns bei den Energiekosten als Stadt nahezu dumm und dämlich zahlen“, sagt Ruhl.

Deshalb müsse die Stadt auch vorher handeln, bevor Sporthallen an Vereine gehen. „Wir können schließlich nicht die hohen Kosten wegen fehlender Sanierung auf die Sportvereine abwälzen“, argumentiert der Dezernent.

Seine Behörde prüfe deshalb gegenwärtig intensiv, welche Modelle angewendet werden könnten und vor allem welche Fördermittel die Stadt anzapfen kann. Denn für Ruhl ist vor einer wie auch immer gestalteten Nutzungsübergabe einer Turnhalle deren energetische Aufwertung zwingend erforderlich.

Nach einer Abstimmung in der Stadtspitze will der Dezernent um die Zustimmung der Stadtpolitik für die Idee werben. Gibt es die, könnte noch in diesem Jahr die Ausschreibung der Teilsanierungen für die vier von der Verwaltung avisierten Hallen erfolgen. Davon hätte dann auch die lokale Bauwirtschaft etwas.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen