Lewitz-Netzwerk : Verein steht auf wackligen Beinen

Auch die Tüffelwochen der Lewitz, die im Oktober des Vorjahres mit einem großen Fest auf dem Pingelhof eröffnet wurden, hatte das Lewitz-Netzwerk maßgeblich organisiert.
Auch die Tüffelwochen der Lewitz, die im Oktober des Vorjahres mit einem großen Fest auf dem Pingelhof eröffnet wurden, hatte das Lewitz-Netzwerk maßgeblich organisiert.

Lewitz-Netzwerk muss Koordinatorin entlassen und ist nun auf der Suche nach Fördermöglichkeiten – Symbolischer Euro im Gespräch

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11. April 2017, 12:00 Uhr

Dicke Wolken hängen über der Lewitz und tiefe Sorgenfalten graben sich in die Stirn von Lewitz-Vereins-Chef Rainer Mönch. „Wir mussten unserer Netzwerk-Koordinatorin Karen Lange jetzt kündigen“, sagt Mönch. Es war kein leichter Schritt für ihn und seine Mitstreiter. Doch die finanziellen Aussichten des Lewitz-Vereins sind nicht rosig – die Zahlen eher tief rot. Bislang ist es dem Netzwerk gelungen, die Vollzeitstelle mit Unterstützung verschiedener Fördergelder und Erlösen aus eigenen Projekten zu finanzieren. Doch nun ist die Haupt-Geldquelle versiegt. „Wir haben in den vergangenen Wochen Dutzende Anträge geschrieben und alles versucht, die wichtige Stelle auch weiterhin bezahlen zu können“, sagt Rainer Mönch. Doch alle Versuche blieben bislang von Erfolg ungekrönt. Und ohne die Unterstützung von Karen Lange könne der Verein sein umfangreiches Programm nicht aufrechterhalten. „Wir haben doch nicht aus purer Laune heraus eine 40-Stunden-Kraft eingestellt. So viel Arbeit und Engagement lässt sich eben nicht im Ehrenamt wuppen“, schiebt Mönch hinterher. Der Lewitz-Verein agiere eben nicht nur in den Gemeinden Plate und Banzkow. „Wir decken den Bereich rund um Schwerin eben so ab wie auch die Regionen Parchim, Ludwigslust und Neustadt Glewe“, betont Rainer Mönch . Da sei es keine Option, wie BürgermeisterAndreas Zapf jüngst einwarf, die Koordinierung beispielsweise dem Amt Crivitz zuzuordnen. Dass die Gemeinden sich an der Finanzierung dennoch beteiligen, hält der Vereins-Chef durchaus für denkbar. Dann aber, alle Gemeinden, die vom Lewitz-Netzwerk profitieren. „Wenn wir von den Kommunen einen Förderung erhalten. Ein Euro pro Einwohner würde die Stelle sichern und auch die Projekte“, so sein Vorschlag. Eine Idee, die auch beim Plater Bürgermeister Ronald Radscheidt auf Gegenliebe stieß. „Das wäre eine gute Idee, die wir in den nächsten Tagen mit allen diskutieren sollten“, so Radscheidt. Aber nicht nur die beiden sorgen sich um Projekte wie die Kartoffel-Spartagiade, die Tüffelwochen und auch das Chartern der Fahrten mit dem Lewitz-Kieker. Alles Aufgaben, die Karen Lange zum größten Teil mitorganisiert und vor allem auf den Weg gebracht hat. „Oft ist es bei den Sponsoren mit einem Anruf nicht getan. Frau Lange musste mehrmals hinfahren, viele Gespräche führen und war zudem in der Lewitz-Information in Banzkow eine treue Ansprechpartnerin für die Touristen“, erklärt Rainer Mönch. Wie es jetzt weitergeht, das weiß er nicht. Immerhin gab es auch auf seine Briefe an den Ministerpräsident und andere Landespolitiker keine Antworten. Ein bisschen ärgert es ihn schon, immerhin schmückte sich nicht nur Landwirtschaftsminister Till Backhaus mit dem Lewitz-Netzwerk bei Veranstaltungen wie der Mela, dem Landeserntedankfest oder der Grünen Woche. Kartoffelmaus und Co. seien stets gern als Aushängeschild präsentiert worden.

„Wir haben es selbst bei der Bingo-Lotterie versucht. Aber auch die haben uns eine Absage erteilt“, sagt der Vereins-Vorsitzende traurig.

Der letzte Hoffnungs-Anker seien die Kommunen in der Lewitz-Region. Dass es eine harte Nuss wird, weiß Mönch: „Doch wir können nach mehr als sieben Jahren Netzwerkaufbau und guter Zusammenarbeit doch nicht einfach hinschmeißen und aufgeben. Das wäre das Aus für den Lewitz-Tourismus.“


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