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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 20:24 Uhr

Hut ab: : Vater und Sohn im Karnevalsfieber

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Klaus-Dieter Raschpichler gehörte vor 30 Jahren zu den Gründern des Sülstorfer Vereins und Sohn Mirko ist seit der Kindheit dabei

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2014 | 23:37 Uhr

Wenn in Sülstorf Karneval gefeiert wird, geht es familiär zu: „Wir kennen uns doch alle“, sagt Klaus-Dieter Raschpichler. „Wir feiern Karneval nicht einfach vor dem Publikum, sondern immer mit allen Leuten, die kommen.“ So wird es seit inzwischen 30 Jahren in der Sülstorfer Bauernstube gehandhabt. Und Klaus-Dieter Raschpichler ist seit Anfang an dabei. Schließlich hat der 62-Jährige den Sülstorfer Karneval Club (SKC) damals mit aus der Taufe gehoben. Mirko Raschpichler gehört zwar nicht zu den Gründungsmitgliedern. Dafür ist der Sohn von Klaus-Dieter mit dem Verein groß geworden. „Schon als Junge war ich immer dabei“, erzählt der 32-Jährige. Und wenn eine helfende Hand nötig war, packte schon der kleine Mirko mit an – beim Aufhalten des Vorhangs oder beim Auflegen der Musik. Dass er auch in jungen Jahren schon auf der Bühne stand, war eine logische Folge. An das Jahr können sich weder Vater noch Sohn genau erinnern. Es muss aber kurz nach der Wende gewesen sein: Mirko Raschpichler und sein Schulfreund Ingo Thiel traten als „Wildecker Herzbuben“ auf. „In stark ausgepolsterten Kostümen, die meine Oma genäht hat“, erzählt Mirko. Und als Zwölfjähriger stieß er zum Männerballett. „Auch da war ich der Jüngste.“ Dort schwingt der junge Mann auch heute noch das Tanzbein. Gerade haben die sonntäglichen Proben für den Saisonauftakt im November begonnen.

Die Männer sind traditionell die letzten aus der großen Karnevalsfamilie, die ins Training einsteigen. „Wenn bei uns mal was nicht klappt, ist es nicht so schlimm. Dann improvisieren wir – und das Publikum denkt, das soll so sein.“ Doch das Männerballett ist ja nicht allein. Garden mit Mädchen, jungen Damen und Damen, zwei Kindertanzgruppen, das Kult-Duo Frieda und Anneliese – alle bereiten sich jetzt schon auf die Jubiläumssaison vor. Die Fäden laufen beim Elferrat, dem Klaus-Dieter und Mirko Raschpichler angehören, und bei Karnevalspräsidentin Silke Raschpichler zusammen. Der gleiche Name ist natürlich kein Zufall. „Das ist meine Schwester“, erläutert Klaus-Dieter Raschpichler. In der Familie sind eigentlich alle vom Karnevalsvirus befallen: Insgesamt sieben Familienmitglieder aus drei Generationen machen beim SKC mit.

Doch inzwischen steigt im ganzen Dorf das Karnevalsfieber. Schließlich sind es auch keine vier Wochen mehr, bis der Auftakt gefeiert wird. Am 11.11. muss Bürgermeister Horst Busse die Schlüssel fürs Gemeindehaus rausrücken. Zuvor gibt es einen Umzug der Kindergarten-Kinder durch das Dorf. Und schon am 15. November steigt eine Gala in der Bauernstube – der Seniorenabend. Kartenbestellungen dafür nehmen übrigens Silke und Klaus-Dieter Raschpichler schon jetzt an.

An dem Abend wird dann das erste Mal unter den Motto „Mit ,Hau rein!’ und Olé feiern wir 30 Jahre SKC“. Ausgedacht hat sich dieses Motto wieder Klaus-Dieter Raschpichler. Und auch der Schlachtruf „Sülstorf – Hau rein!“ stammt von ihm. „Das hat sich so ergeben, dass ich das mache“, erzählt der 62-Jährige. Und diese Aufgabe will der Frührentner auch gerne weitermachen.

In anderen Bereichen gab es inzwischen einen Generationswechsel. So war Klaus-Dieter Raschpichler der erste Träger der rot-weißen Vereinsfahne. „Das habe ich 18 Jahre lang gemacht“, erzählt der Vater, der die Fahne dann an seinen Sohn weiterreichte. Deshalb wird es auch Mirko sein, der am 7. Februar nächsten Jahres das Vereinssymbol durch das ganze Dorf tragen wird. Denn in Sülstorf gibt es alle fünf Jahre einen Straßenkarneval. Und dann sind nicht nur Raschpichlers und die Sülstorfer Karnevalsfamilie auf den Beinen: Das ganze Dorf macht beim Umzug mit, hinzu kommen Karnevalsfreunde aus der Eisbeinrepublik.

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