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Schweriner Unternehmen : Vater übergibt Schlüssel an Sohn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hier klappt die Unternehmensnachfolge: Hess Sicherheitscenter geht nahtlos von einer Generation auf die nächste über

von
erstellt am 01.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Nach 30 Jahren ist Schluss – fast. Roland Hess übergab gestern sein Unternehmen Hess Sicherheitscenter in der Salzstraße an seinen Sohn Daniel, will aber in der Firma weiter mitarbeiten.

Es war 1987. Da ergab sich per Zufall, dass der aus Rostock stammende Kfz-Ingenieur Roland Hess den „autorisierten Schlüsseldienst“ Schimmelmann in Schwerin übernehmen konnte. „Das war sehr gut“, sagt Hess senior. „Ich wollte schon lange mein eigener Herr sein.“ Das Geschäft lief in geordneten, sozialistischen Bahnen. Dann kam der Umbruch 1989/90. „Das war Wahnsinn“, erinnert sich Roland Hess.

Immer im Geschäft mit dabei: Sohn Daniel. „Ich bin da so mit reingewachsen.“ Seit er neun Jahre alt war, war er sehr oft im Laden dabei. Die logische Folge: Nach einer Ausbildung zum Elektroinstallateur und einem Studium der Elektrotechnik in Wismar arbeitet Daniel Hess seit 2009 Vollzeit im Hess Sicherheitscenter seines Vaters.

Seit gestern ist nun der Junior der Chef. „Ich bleibe aber vorerst noch in der Firma“, sagt der Senior. Wenigstens bis zum Jahresende. „Daniel will einiges umstellen, beispielsweise in der Buchhaltung. Da kann ich noch ein wenig helfen.“ Doch alles anders machen als der Vater will der Sohn nicht. „Ich will das Geschäft in seinem Sinne weiterführen“, sagt Daniel Hess. „Und wo nötig, werde ich frischen Wind reinbringen.“

Vom „autorisierten Schlüsseldienst“ ist die Firma Hess zu einem anerkannten Unternehmen im Großraum Schwerin geworden. Der Betrieb erledigt aber auch Aufträge in Hamburg oder Lübeck, arbeitet aktuell für Architekten in Mölln. Einen speziellen Wunsch hat Daniel Hess aber für seine Zukunft. „Ich suche dringend einen Mechatroniker.“

Vater Hess hat sein Unternehmen nahtlos an seinen Sohn übergeben. In der Region ist eine so problemlose Unternehmensnachfolge nicht unbedingt üblich. „Das ist ein großes Thema“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Edgar Hummelsheim. Denn viele, die sich nach 1990 selbstständig gemacht haben, würden jetzt in den Ruhestand gehen wollen. „Es gibt jedoch auch für angestellte Meister gute Beschäftigungschancen.“ Junge Leute scheuten die unternehmerischen Risiken. Oft sei es auch eine Frage der Finanzierung eines Unternehmenskaufs. „Insgesamt müssen wir aber etwas tun für ein besseres Unternehmerbild in der Öffentlichkeit“, sagt Edgar Hummelsheim.

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