Schwerin : Vandalen haben Gärten im Visier

Ingrid Koch kümmert sich um einen Hochhaus-Garten in der Weststadt und ärgert sich über entwendete Blumen.
Ingrid Koch kümmert sich um einen Hochhaus-Garten in der Weststadt und ärgert sich über entwendete Blumen.

Gestohlene Pflanzen, zertrampelte Beete, demolierte Bänke: Private und öffentliche Grünflächen werden oft mutwillig beschädigt

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30. August 2020, 20:00 Uhr

„Wer macht so etwas bloß?“ Ingrid Koch kann es nicht fassen. Seit drei Jahren kümmert sich die Rentnerin um den Garten des Hochhauses in der Lessingstraße, in dem sie wohnt. Und immer wieder ärgert sich Koch über Vandalismus: die Primeln geklaut, die Rosen abgebrochen, Deko-Kugeln einfach verschwunden. „Neulich wurde sogar eine ganze Hängeampel mit Blumen gestohlen“, erzählt die Weststädterin.

Besonders krasser Fall in in Schelfwerder

Vandalismus auf privaten und öffentlichen Grünflächen – durchaus ein Thema für die Polizei. Madlen Fafczynski von der Schweriner Kripo schildert einen besonders krassen Fall: Der Rasen vor einem Bootshaus in Schelfwerder soll Ende Juli gezielt durch Chemikalien beschädigt worden sein. Ein ähnlicher Fall ebenfalls aus diesem Jahr: „In einem Garten in Wickendorf wurde Streusalz auf Pflanzen und Rasen gestreut“, berichtet Fafczynski.

Hotspot beim Thema Vandalismus aus Sicht der Polizei: der Grünhausgarten. Der Garten habe sich zu einem Treffpunkt für viele junge Leute entwickelt, erklärt Madlen Fafczynski. Regelmäßig erhalte die Polizei Hinweise auf zurückgelassenen Unrat, zertretene Beete, entwendete Pflanzen und beschmierte Bänke.

Bereit im Frühjahr hatte sich Dietmar Braune, Leiter des Dezernats Gärten der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen MV, über Vandalismus im Schlossgarten beschwert (SVZ berichtete). Nachgepflanzte, hochstämmige Rosenstöcke seien zum wiederholten Mal gestohlen worden, junge Bäume und Sträucher würden immer wieder beschädigt, Rabatten zertrampelt oder von Hunden aufgewühlt, Bänke mit Graffiti besprüht oder aus der Verankerung gerissen.

5000 Euro Schaden jährlich

Beschädigte Bänke fallen auch SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek zuerst ein, wenn sie an die öffentlichen Flächen in Schwerin denkt, für deren Pflege die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen zuständig sind. Auf rund 5000 Euro an Materialkosten beziffert Wilczek den Schaden, der jedes Jahr durch demolierte Sitzgelegenheiten entsteht. Der Pflanzenklau halte sich demgegenüber in Grenzen.

Gestohlene Blumen seien ein Thema, das jahreszeitlich unabhängig leider immer wieder mal aufploppe, sagt Laura Buhl von der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS). Auch Martina Kaune von der Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) kennt das Problem. Dass Pflanzen entwendet würden, komme aber zum Glück nur hin und wieder mal vor.

Ingrid Koch will sich trotz des Ärgers nicht entmutigen lassen, beackert weiter den Hochhaus-Garten in der Lessingstraße. „Die Arbeit an der frischen Luft macht mir Spaß“, betont die 70-Jährige. „Und ich weiß, dass ich vielen Nachbarn mit den Blumen eine Freude bereite.“

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