Crivitz : US-Crivitzer lieben Mecklenburg

Stippvisite in der Crivitzer Grundschule: Bärbel und Helge Richter mit ihren Gästen Chris, Gail und Jon Lesperance sowie Schulleiterin Silke Darnstädt und Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm (v.r.).
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Stippvisite in der Crivitzer Grundschule: Bärbel und Helge Richter mit ihren Gästen Chris, Gail und Jon Lesperance sowie Schulleiterin Silke Darnstädt und Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm (v.r.).

Die vor 15 Jahren besiegelte Partnerschaft lebt durch private Kontakte – wie bei den Familien Lesperance und Richter

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17. Juni 2016, 16:00 Uhr

Wenn ein Crivitzer aus Mecklenburg zu Gast in Crivitz im US-amerikanischen Bundesstaat Wisconsin ist, weht vor dem Stadthaus der 1000-Einwohner-Gemeinde die deutsche Fahne, erzählt Jon Lesperance, der gerade mit Ehefrau Gail und Sohn Chris bei Bärbel und Helge Richter zu Besuch ist. „Eine tolle Idee. Das Gleiche könnten wir auch hier einführen. Denn jetzt habe ich ja eine Crivitz-Fahne aus Wisconsin“, sagt Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm. Die Flagge war ein Gastgeschenk der Lesperances an die Stadt und wurde gleich neben dem Bürgerhaus gehisst. Damit wird von nun an die Verbundenheit der gleichnamigen Orte, die vor genau 15 Jahren mit einem Partnerschaftsvertrag besiegelt wurde, auch in Mecklenburg gezeigt.

Solche öffentliche Bekundungen der Partnerschaft sind eher selten, dabei lebt diese. Oder besser gesagt: Diese Partnerschaft wird in einer Reihe Familien zu beiden Seiten des Großen Teichs gelebt. „Bei uns im Verein ,De Crivitzer’ sind 20 Familien vertreten“, erzählt Vorsitzende Heike Bergmann. „Die meisten davon haben Freunde in Wisconsin, gegenseitige Besuche inklusive.“

So ist es auch bei den Familien Lesperance und Richter. „Ich mag deutsches Bier – und die Leute hier“, sagt Jon. „Die sind offen und herzlich.“ Überhaupt seien sich Crivitz und Crivitz sehr ähnlich, meint Sohn Chris, der zum ersten Mal mit nach Mecklenburg reiste. Beide Orte seien klein und überschaubar, ländlich geprägt. Und die Mentalität der Menschen sei die gleiche. „Einen markanten Unterschied gibt es allerdings: Wir haben nicht solche alten Gebäude wie die Kirche“, betont Chris.

Bei Weitem nicht so alt ist ein anderes historisches Gebäude in der Crivitzer Altstadt, dem das besondere Interesse von Familie Lesperance dieses Mal galt. „Wir wollen unbedingt die Grundschule kennen lernen und etwas für Kinder tun“, erzählt Gail. 200 Euro aus der Reisekasse zwackte die Familie ab, um sie zu spenden. „Ich bin völlig überrascht, ja überwältig“, sagt Schulleiterin Silke Darnstädt. Sie hatte von alledem nichts geahnt, bis sich Richters und Lesperances anmeldeten. Schulleiterin und Bürgermeisterin ließen es sich nicht nehmen, den Gästen das Gebäude vorzustellen. Und die Kinder bedankten sich spontan mit einem englischen Lied. Silke Darnstädt hat auch schon eine Idee, wofür die 200 Euro verwendet werden könnten: „Wir wollen ein gute, gesunde Schule werden“, berichtet die Pädagogin. Um diese Landesauszeichnung zu erhalten, gibt es viele Projekte. So fand in diesem Schuljahr eine Gesundheitswoche statt. „Die könnten wir wiederholen und das Geld für dieses Vorhaben verwenden.“ Eine Idee, die bei den drei Lesperances gut ankam.

Und beim Besuch der US-Amerikaner, der noch bis zum Wochenende andauert, wurde noch ein weiteres Projekt angeschoben: Crivitz und Crivitz sollten auch mal wieder ein offizielles Treffen organisieren. Ein Vorschlag, für den sich Britta Brusch-Gamm offen zeigt: „Für 2018 könnten wir so etwas vorbereiten.“

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