Schwerin : Unwetter deckt Dach ab und spaltet Baum

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Äste auf der Straße, fliegende Dachziegel, lockere Fenster: Unwetter mit starken Windböen sorgt für zahlreiche Schäden

svz.de von
20. Juli 2019, 19:10 Uhr

Große Äste und viel Laub auf den Straßen, Fuß- und Radwegen, Umgestürzte Bäume und herabfallende Dachziegel – das Unwetter mit Regen, orkanartigen Sturmböen und Gewitter hat am Wochenende in der gesamten Stadt zu zahlreichen Einsätzen der Schweriner Feuerwehren geführt. „Im Stadtgebiet von Schwerin reicht das Einsatzspektrum von ausgelösten Brandmeldeanlagen aufgrund des Gewitters über Äste auf Straßen bis zu losen Dachziegeln oder Dachfenstern, von Baum auf Haus über abgedeckte Dächer bis zu Dach auf Auto“, bilanzierte die  Berufsfeuerwehr. „In der Folge mussten auch Straßensperrungen eingerichtet werden, die vermutlich noch mehrere Tage anhalten werden.“

Christina Köhn
 

In der Wallstraße flog am Sonnabendabend ein Dach von einem Mehrfamilienhaus. Ein Teil landete auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die übrige Dachkonstruktion drohte von der Rückseite des Hauses herabzufallen. Die Einsatzkräfte sperrten einen Teil der Straße, der Verkehr sowie die Busse des Schweriner Nahverkehrs mussten bis in den Sonntag hinein umgeleitet werden. Verletzt wurde dabei niemand.

Dach wird am Sonntag abgetragen

Am Sonntag wurde das umgeklappte Dach dann vom Technischen Hilfswerk und der Berufsfeuerwehr abgetragen. „Wir befürchteten, dass sich weitere Teile lösen und durch den Wind verdriftet werden“, erklärte ein Sprecher der Einsatzkräfte, die mit Kran und Drehleiter den Schaden behoben haben.

 

Baum stürzt auf Wohnhaus

Etwa zeitgleich bekamen die Anwohner in der Werner-Seelenbinder-Straße am Sonnabendabend einen großen Schrecken. 

Christina Köhn
 

Dort stürzte ein Baum auf zwei Reihenhäuser und beschädigte das Dach stark. „Ich habe über andere Nachbarn versucht, die Bewohner zu erreichen, die sich Gott sei Dank im Urlaub befinden. Wir konnten schließlich den Sohn informieren“, erzählte eine Nachbarin. Mit einer Drehleiter und einer Motorsäge zerlegten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Mitte den Baum.

Weitere Einsätze am Wochenende

Auch ein ausgelöster Rauchmelder in der Rahlstedter Straße alarmierte die  Feuerwehren. Bereits am Sonnabendvormittag blockierte ein Baum in der Alten Dorfstraße in Zippendorf den Verkehr. Später am Abend wurde in Krebsförden ein Dachfenster aus der Verankerung gerissen und drohte abzustürzen. Von der Heinrich-Heine-Schule und dem Gymnasium Fridericianum fielen Dachziegel herunter. In der Geschwister-Scholl-Straße  brachen Teile eines Schornsteins an einem Wohnhaus ab, es lief Wasser hinein.

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Während sich das Unwetter in der Nacht zwar legte, musste die Feuerwehr auch am Sonntag zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Bei der Wasserschutzpolizei fiel ein dicker Ast auf einen Tanklaster und ein Dach. In einem Innenhof in der Werdervorstadt ist eine Weide auseinandergebrochen, ein Ast hing in sechs Metern Höhe und drohte abzubrechen. Auch in der Weststadt fielen große Äste, in Görries versperrte ein umgestürzter Baum die Zufahrt zur Awo. Am Schweinemarkt entdeckten Bewohner lose Dachziegel auf einem Fachwerkhaus. Wie hoch die Schäden sind, kann nicht gesagt werden.

Umgeknickter Baum im Schweriner Schlossgarten.
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Umgeknickter Baum im Schweriner Schlossgarten.

 

Radfahrer kollidiert mit umgestürztem Telefonmast

Der Sturm mit orkanartigen Böen beschäftigte auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren im Schweriner Umland. Während am Sonnabendabend fast alle Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume ausrückte, war am Sonntag vor allem die Crivitzer Kameraden damit beschäftigt, beschädigte Bäume zu sichern.

In Plate hielt das Dach des ehemaligen Kartoffel und Gemüse Service dem Sturm nicht stand. Bis zu sechs Meter große Blechplatten wurden aus den Halterungen gerissen und flogen teilweise 200 Meter weit. Dabei wurden auch einige Photovoltaikanlagen eines benachbarten Gewerbebetriebes beschädigt. An der Sukower Straße rückten die Plater Kameraden zudem zu einer umgeknickten Linde aus, eine zweite Linde musste wegen starker Sturmschäden zusätzlich gefällt werden.

Rund um Crivitz wurden ebenfalls umgestürzte Bäume und Bauzäune gemeldet. Ein Radfahrer übersah am Sonntagmorgen einen umgestürzten Telefonmast auf dem Radweg zwischen Sukow und Zietlitz. Er kam mit leichten Verletzungen in das Crivitzer Krankenhaus.

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