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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. November 2017 | 18:57 Uhr

Schweriner Mädchen : Unternehmer wollen mehr Frauen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Girls Day: Mädchen schnuppern in typische Männerberufe und Firmen werben gezielt um weiblichen Nachwuchs

von
erstellt am 29.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Wie sehr der Ausbildungsmarkt sich verändert hat, widerspiegelt sich bei den Traumberufen junger Leute. So steht bei den Jungen Kfz-Mechatroniker ganz oben auf der Liste. „Wir haben rund 80 entsprechende freie Lehrstellen in unserem Bereich, aber auch gerade mal 80 Bewerber. Und davon sind gewiss nicht alle geeignet. Damit steht fest: Nicht alle Kfz-Mechatroniker-Lehrstellen können besetzt werden. Jedenfalls nicht von Jungen“, sagt der Leiter der Schweriner Arbeitsagentur, Guntram Sydow. Deshalb habe der Girls Day so einen hohen Stellenwert bei der heimischen Wirtschaft, denn an diesem Tag werden ganz gezielt Mädchen angesprochen, mal in typische Männerberufe zu schnuppern.

„Ich mache mit beim Girls Day, weil wir Fachkräfte brauchen und die sind knapp. Die Qualität der Bewerbungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Weil es mir am liebsten ist, wenn ich meine Fachkräfte selbst ausbilde, wollen wir heute Mädchen unsere Branche schmackhaft machen“, sagt Hendrik Mühlenhort, Inhaber des gleichnamigen Volvo-Autohauses. Er beschäftige vier Frauen in seiner Schweriner Niederlassung, allerdings alle im Büro und im Verkauf. Er sehe aber kein Problem, wenn Frauen in der Werkstatt mitarbeiten.

Die Mädchen gestern jedenfalls waren sehr interessiert. „Es ist sehr viel Technik hier in der Werkstatt“, sagte Lea beeindruckt. „Und es ist alles ganz sauber“, fügte Anna Lena hinzu. Die beiden ließen sich erklären, wie Reifen ausgewuchtet werden. Kjara und Zoe schauten sich unterdessen an, wie mit dem Schlagschrauber Räder festgezogen werden.

Auch die Schweriner Polizei machte gestern beim Girls Day mit. 20 Mädchen aus der fünften bis zehnten Klasse sahen sich im Polizeizentrum in der Graf-Yorck-Straße um, lernten die Aufgaben und Einstellungsvoraussetzungen bei der Polizei kennen, durften einer Hundeführerin bei der Arbeit zuschauen und beim Außeneinsatz selbst mal einen Tempo-Sündern lasern.

Besondere Attraktion: der Blick hinter die Kulissen der Kriminaltechnik. „Wir sichern alle Spuren, die zu einem Täter führen können, ob Fingerabdrücke, Haare oder Fasern“, sagte Kriminaltechniker Andreas Habicht. Und dann zeigte er den interessierten Schülerinnen auch gleich, wie ein Fingerabdruck sichtbar gemacht und konserviert wird. Für die 14-jährige Nancy aus Lützow steht jetzt bereits fest: „Ich möchte Polizistin werden, am liebsten bei einer Spezialeinheit.“

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