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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. September 2017 | 22:14 Uhr

Schweriner Jugendamt : Unterhaltsvorschuss mit Hürden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Michael Schultz ist alleinerziehender Vater: Er ärgert sich über das Schweriner Jugendamt

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Michael Schultz ist alleinerziehender Vater und auf das Geld vom Jugendamt angewiesen. „Ich wollte Anfang Juli Unterhaltsvorschuss beantragen und bekam erst einen Termin für August“, berichtet er am „Heißen Draht“. Bei seinem Besuch im Stadthaus bekam er einen Antrag mit nach Hause und sollte ihn zum vereinbarten Termin wieder mitbringen. „Doch als ich mich daheim genauer damit beschäftigte, fiel mir auf, dass erst ab Antragstellung Geld fließt“, ärgert sich Schultz. Das heißt: So lange er den Antrag nicht unterschrieben abgegeben hätte, würde er auch keinen Vorschuss erhalten. „Doch ich war ja da – ich kann doch nichts dafür, wenn ich einen so späten Termin bekomme“, berichtet er weiter.

Dass das Vorgehen so gehandhabt wird, bestätigt auch die Sprecherin der Stadt: „Wie erwartet, ist der Ansturm im Hinblick auf die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses sehr hoch. Es stimmt: Da sehr viele Alleinerziehende einen Antrag stellen wollen, sind wir mit der Terminvergabe bereits im Monat August.“ Doch natürlich solle es nicht zu Lasten der Antragsteller gehen, dass die Antragsannahme erst im August erfolgen könne. Sofern also die Terminvereinbarung im Juli erfolgt, vermerke das Jugendamt dies auf dem ausgehändigten Antrag. „Wir behandeln diesen Antrag dann so, als wäre er schon im Juli hier eingegangen“, erklärt die Sprecherin weiter.

Diesen Vermerk gab es auch im Fall Schultz. „Doch ich musste extra noch einmal hin und darauf bestehen, sonst hätte ich in die Röhre geschaut“, merkt er an. Die Sprecherin der Stadt sagt hingegen, dass es sich vermutlich um ein Missverständnis handeln würde. Denn auch die Antragsteller, die am Telefon einen Termin vereinbaren würden, würden darauf hingewiesen, dass sie sich gegebenenfalls persönlich vor Ort auf ihrem Antrag bestätigen lassen sollen, dass sie bereits im Juli vorstellig waren.

Einen Hinweis hat sie noch: „Der Bundespräsident hat das Gesetz noch nicht ratifiziert und es insofern auch noch nicht veröffentlicht. Eine tatsächliche Bewilligung der Anträge und die damit einhergehende Auszahlung kann erst nach der Veröffentlichung erfolgen.“

Bis zur Ausweitung des Gesetzes bekamen etwa 1  100 bis 1  200 Schweriner Unterhaltsvorschussleistungen. Seit dem 19. Juni sind bis jetzt 200 zusätzliche Anträge beim Schweriner Jugendamt eingegangen. „Vielleicht geht es ja noch mehr Alleinerziehenden so wie mir. Mein Rat: Hartnäckig auf den Vermerk bestehen“, sagt Michael Schultz.

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