Wohnungsbau : Unruhe in Lankower Hochhäusern

Bleibt stehen: Das Hochhaus in der Julius-Polentz-Straße soll aller Wahrscheinlichkeit erhalten werden. Foto: Reinhard Klawitter
Das Hochhaus in der Julius-Polentz-Straße

Bewohner sind überrascht und angsterfüllt: zwei der vier Gebäude sollen abgerissen werden – WGS-Chef Thomas Köchig erklärt warum

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09. November 2015, 08:00 Uhr

In Lankow herrscht Unruhe: Zwei der vier Hochhäuser sollen abgerissen werden (SVZ berichtete). Immer wieder erreichen uns in der Redaktion besorgte Bewohner am „Heißen Draht“: Müssen wir ausziehen? Wo sollen wir hin? Warum hat uns niemand informiert? Und das sind nur einige Fragen. Thomas Köchig, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS), möchte die Lankower beruhigen: „Der Abriss des ersten Hauses in der Plöner Straße steht erst für 2017 an – bis dahin ist noch jede Menge Zeit.“ 2018 solle dann der Abriss des Hochhauses in der Eutiner Straße folgen.

Aber ob es tatsächlich soweit kommt, stehe noch nicht ganz fest. Fakt ist: „Die Häuser haben einen hohen Leerstand. Bringen kein Geld. Sie sind stark renovierungsbedürftig – dafür fehlt uns aber das Geld“, so Köchig. Für die Instandsetzung des Hauses in der Rahlstedter Straße brauche die Wohnungsgesellschaft sieben Millionen Euro, für das Gebäude in der Julius-Polentz-Straße neun Millionen Euro. „Dieses Geld versuchen wir gerade zu besorgen. Wir sprechen mit möglichen Investoren“, so der WGS-Geschäftsführer. Und das sei schon schwer genug. Um die Hochhäuser in der Plöner Straße und in der Eutiner Straße zu renovieren, brauche man mindestens 11 Millionen Euro pro Objekt. „Die Häuser sind in einem noch schlechteren Zustand. Die Balkonbrüstungen sind so marode, dass wir sie irgendwann sperren müssen – sie stellen einfach eine große Gefahr da“, sagt Köchig.

Ob nun abgerissen wird oder nicht, hänge davon ab, ob die WGS eine Abrissförderung vom Land bekomme: „Die Planungen stocken, weil sich das Land nicht mehr zur Abrissförderung äußert“, berichtet Köchig. Und diese Förderung sei dringend notwendig. Denn: Die Kosten für den Rückbau von nur einem Haus belaufen sich auf etwa 800  000 Euro. Und die hat die WGS nicht. Die Wohnungsgesellschaft halte an dem Vorhaben weiter fest. Sobald Köchig eine definitive Aussage vom Land erhalte und die Planungen weiter fortgeschritten sind, werde er eine Einwohnerversammlung abhalten. „Mehr gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen. Wenn es soweit ist, stehen wir Rede und Antwort“, verspricht er.

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