Schwerins Grün : Unkraut sorgt für Ärger

Astschere, Rechen und Hacke sind in diesen Tagen die wichtigsten Hilfsmittel von Uta Dobkowitz und Norbert Thiel. Die beiden SDS-Mitarbeiter gehören zum 33-köpfigen Team, das für die Pflege des öffentlichen Grüns zuständig ist.
Astschere, Rechen und Hacke sind in diesen Tagen die wichtigsten Hilfsmittel von Uta Dobkowitz und Norbert Thiel. Die beiden SDS-Mitarbeiter gehören zum 33-köpfigen Team, das für die Pflege des öffentlichen Grüns zuständig ist.

Leser beschweren sich über viel zu hohes Grün an Straßenränden – SDS verweist auf festgelegte Grünpflegekonzeption

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15. August 2016, 12:00 Uhr

„Schwerin wirbt an den Einfallstraßen mit dem Slogan ,Schwerin macht glücklich’. Besser heißen müsste es allerdings ,Schwerin mag Unkraut’“, empört sich Thomas Engel. Vor allem der Zustand der Einfallstraße stößt ihm dabei sauer auf. „Am Slüter Ufer müssen Autofahrer sogar bis fast an die Mittellinie fahren, wenn sie nicht wollen, dass überhängende Büsche und Dornen das Auto zerkratzen“, schreibt er weiter. Auch am heißen Draht unserer Zeitung beschweren sich in den vergangenen Tagen immer wieder Leser über das ihrer Meinung nach viel zu hohe Kraut am Straßenrand. Andere deutsche Städte seien gepflegter, so der Tenor.

Bei den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS), die für die Pflege des Öffentlichen Grüns zuständig sind, ist das Problem bekannt. „Durch den nassen Sommer wächst das Grün in diesem Jahr wesentlich schneller als sonst. Da aber die Verträge mit Fremdfirmen bereits zu Jahresbeginn gemacht wurden, lässt sich so kurzfristig nur schwer darauf reagieren“, sagt Nonno Schacht, Bereichsleiter für Öffentliches Grün und Friedhöfe. Und das betrifft immerhin 95 Prozent der zu mähenden Flächen, welche die SDS an Dienstleister abgibt. Der Pflege- und Mährhytmus dafür ist in der städtischen Pflegekonzeption verankert. So wird das Verkehrsgrün drei mal im Jahr – jeweils im Frühjahr, Sommer und Herbst im Abstand von zehn Wochen – gestutzt. Eine Ausnahme bildet der Mittelstreifen in der Ludwigsluster Allee. „Wegen der dortigen Wildblumen warten wir immer, bis sie sich erneut aussäen“, sagt Uwe Autrum, Leiter der Grünpflege bei der SDS. Etwas häufiger als das der Kategorie III zugeordnete Verkehrsgrün – nämlich fünf Mal im Jahr – werden Parks und Flächen in Wohngebieten gemäht.

Übertroffen wird dies von Spielplätzen und repräsentativen Flächen der Kategorie I. „Dies bedeutet, dass am Pfaffenteich oder an der Zippendorfer Promenade täglich Müll beseitigt und anfallende Pflegeaufgaben ausgeführt werden“, so Schacht. Mindestens einmal in der Woche werden die Spielplätze der Stadt auf ihre Sicherheit und Sauberkeit hin überprüft. „Kleine Reparaturen erledigen wir selbst, alles andere geben wir an die Hersteller weiter“, sagt Uwe Autrum. Wesentlich größeres Ärgernis für ihn ist die Vermüllung zahlreicher städtischer Flächen. „Das reicht von Vandalismus über das Beparken von Rasenflächen bis hin zu Brandschäden durch Grills“, sagt Autrum.

Während sich die SDS um das Öffentliche Grün kümmert, ist die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) für ihre Vorgärten und Innenhöfe selbst verantwortlich. „Hier mähen wir zehn Mal im Jahr, in trockenen Sommern entsprechend weniger“, sagt Peter Majewsky, Abteilungsleiter Hausbewirtschaftung bei der WGS. Vor allem im Altstadtbereich übernehmen dabei auch viele Mieter mit Pflegeverträgen die Verantwortung für die Grünflächen vor ihrer Haustür. „Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht“, so Majewsky.

Ein ähnliches Modell gibt es auch bei der Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG). Hier betreuen Mieter die Müllplätze und sorgen für Ordnung und Sauberkeit. „Ablagerungen von Müll sind deshalb nicht das große Problem bei uns“, sagt Guido Müller, technischer Vorstand bei der SWG. Gemäht wird bei der SWG auf dem Dreesch, in Neu Zippendorf und im Mueßer Holz acht bis zehn Mal im Jahr, je nach Witterung.

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