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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 12:39 Uhr

Busstreit : Und plötzlich ist alles gut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landkreis Nordwestmecklenburg, Stadt Schwerin und Umlandgemeinden gehen auf Schmusekurs – Kommunen haben nun mehr Geld

svz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Die Wogen haben sich geglättet, der scharfe Ton ist ganz sanft geworden und der Busstreit in den Gemeinden Seehof und Lübstorf beigelegt. Denn nach „geheimen Verhandlungen“, wie Nordwestkreis-Landrätin Kerstin Weiss erklärte, sei nun alles auf den richtigen Weg gebracht. Und wie genau dieser aussieht, erklärten Landrätin, Bürgermeister und Vertreter der beiden Verkehrsbetriebe am Donnerstag während einer Einwohnerversammlung den Lübstorfern und Seehofern. Ein Kreistagsbeschluss vom Januar fordert einen neuen Nahverkehrsplan. Ein erster Entwurf schränkte die Verbindung von der Landeshauptstadt ins Umland und zurück ein. Daraufhin gab es heftige Kritik von den Bürgern. Eine Bürgerinitiative hatte sogar Unterschriften dagegen gesammelt (SVZ berichtete).

Der Schweriner Nahverkehr wird nun auch weiterhin mit seinen Bussen auf der Linie 8 über die Stadtgrenze bis Seehof, Lübstorf und Wiligrad fahren. Lediglich einmal am Tag steuert auch der kreiseigene Betrieb Nahbus gezielt die Haltestellen an. Und für diesen Bus gelten dann auch die Tarife von Nahbus. Die Fahrpreise der Linie 8 bleiben wie gewohnt, betonte der Schweriner Nahverkehrschef Nobert Klatt. „Wir werden auch auf absehbare Zeit die Preise nicht verändern“, ergänzte er und sicherte zu, dass es 2016 definitiv keine Preisänderung geben werde.

Vereinbart haben Stadt und Nordwestkreis zudem, dass es kein Bedienverbot gibt. „Die Fahrgäste können an allen Haltestellen ein- und aussteigen“, erklärt die Landrätin. Für Seehofs Bürgermeisterin Christiane Schwonbeck sind es nur gute Nachrichten: „Ich freue mich, dass alles ein gutes Ende genommen hat. Die Bürger sind jetzt hoffentlich zufrieden“, sagte sie zum Abschluss der Versammlung. Die Reaktionen der Bürger waren an diesen Abend durchweg positiv. Neben viel Applaus gab es reichlich lobende Worte. „Schade, dass es am Anfang so einen scharfen Ton gab. Aber auch das müssen Kommunalpolitiker aushalten“, sagte Eckhard Kammer. Auch er hatte während der ersten Versammlung seinem Unmut lautstark Luft gemacht. Dass die Gemeinde nun ihre Buslinie behält und weiterhin vom Schweriner Nahverkehr bedient wird, freut ihn sehr. „Noch besser ist aber, dass die Gemeinde unterm Strich mehr Geld hat“, ergänzt der Seehofer. Denn ab 2016 müssen weder Seehof, Lübstorf noch Pingelshagen sich an den Betriebskosten beteiligen, da der Landkreis auch den Zuschuss an den Nahverkehr Schwerin gekürzt hat. Seehof hatte in diesem Jahr rund 17  000 Euro, Lübstorf knapp 21  000 Euro und Pingelshagen rund 8000 Euro an den Nordwestkreis gezahlt.

Die fehlenden Zuschüsse, die Nahverkehrs-Chef Norbert Klatt auf 85 000 Euro beziffert, wolle er zum Teil durch Einsparungen ausgleichen. Falls das nicht klappt, muss Schwerin die Kosten tragen. „Ich hoffe auch, dass die Bürger nicht nur für die Buslinie kämpfen, sondern sie auch nutzen“, fügte er hinzu.

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