Cramonshagen : Und plötzlich brennt der Acker

Mehrere Hektar Stoppelacker sowie mehr als fünf Hektar Getreide sind abgebrannt und sorgten auch noch Stunden später für unangenehmen Geruch.  Fotos: Katja Müller
1 von 5
Mehrere Hektar Stoppelacker sowie mehr als fünf Hektar Getreide sind abgebrannt und sorgten auch noch Stunden später für unangenehmen Geruch. Fotos: Katja Müller

Mit 40 Brandschützern kämpften die Wehren in Dalberg-Wendelstorf gegen die Flammen – Landwirt muss jetzt Zwangspause einlegen

von
01. Juli 2018, 20:45 Uhr

Es waren es nur kleine Rauchwölkchen. Und wenige Sekunden später schlängelte sich das Feuer über den Stoppelacker bei Dalberg-Wendelstorf. Binnen weniger Minuten war das komplette Dorf am Sonnabend gegen 14.45 Uhr in einen dicken grau-schwarzen Rauch gehüllt. Sogar die Landesstraße durch den Ort musste für etwa 45 Minuten voll gesperrt werden. Schnell waren die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Dalberg-Wendelstorf, Cramonshagen, Mühlen Eichsen und Brüsewitz vor Ort.

„Nicht nur unsere Jungs waren schnell da, sondern die Mitarbeiter der LEG haben blitzschnell reagiert“, lobt Amtswehrführer Bernd Römpage das schnelle Handeln. Denn die vergangenen warmen Tage haben das Getreide zum Brandbeschleuniger werden lassen. „Ein kleiner Funke, etwas Wind und wir habe ruck, zuck einen riesigen Flächenbrand“, sagt Bernd Römpage.

Ackerbrände seien im Sommer keine Seltenheit, stellten die Wehren aber immer wieder gerade bei der Löschwasserversorgung vor eine große Aufgabe. „Wir hatten hier nun Glück, dass alle Fahrzeuge mit einem Wassertank ausgerüstet und befüllt werden konnten. So waren gut 6000 Liter Wasser auf einmal verfügbar“, erklärt er. Doch das reichte bei diesem Brand nicht aus. „Wir mussten einige Wagen über den Hydranten nachfüllen, der war glücklicherweise nicht allzu weit entfernt“, sagt Einsatzleiter Römpage.

Wie es zu dem Brand auf dem Stoppelacker kam, ist derzeit noch unklar. „Der Fahrer hatte erst auf seiner Rücktour den Qualm auf der anderen Fahrspur gesehen. Sofort den Alarm abgesetzt und dann ging alles ganz schnell“, sagt Joachim Scheffler vom Vorstand der Landwirtschaftlichen Erzeugergemeinschaft (LEG) Cramonshagen. Der Schaden am Mähdrescher sei schwer einzuschätzen. „Er ist nicht komplett ausgebrannt, aber wir haben etliche angeschmorte Kabel.

Die Elektronik ist beschädigt und was im Inneren defekt ist, kann nur ein Fachmann sagen“, so Joachim Scheffler. Den Schaden zu beheben, werde aber mehrere Tausend Euro kosten. Für eine genaue Summe sei es allerdings zu früh. Klarer war hingegen der Schaden auf dem Feld selbst. Gut zehn Hektar Stoppelacker und mehr als fünf Hektar Gerste fielen den Flammen zum Opfer. „Wir hatten eigentlich vor, heute mit dem Schlag fertig zu werden“, sagt Landwirt Scheffler.

Gegen Mittag war er noch sehr zuversichtlich, was die Ernte für den Bereich betrifft. „Wir hatten eine super Feuchte von nur 13 Prozent und ein Hektolitergewicht – einem der Qualitätsparameter – von durchschnittlich 63 bei der Gerste. Das ist nicht schlecht. Nun ist erstmal Zwangspause und ein ganzes Stück kohlrabenschwarz. Schöner Mist“, sagt Joachim Scheffler.

Für die Brandschützer im Amtsbereich Lützow/Lübstorf war es der erste und einzige Einsatz an diesem Wochenende. Im gesamten Land gab es hingegen zahlreiche Ackerbrände. Unter anderem brannte am Sonntag ein Feuer auf einem Stoppelacker bei Görslow. Dieses konnte aber ebenso schnell gelöscht werden, so dass kein großer Schaden entstand.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen