Müll im Wald : Und keiner will es gewesen sein...

Nicht nur bei Gädebehn findet Forstamtsleiter Ingo Nadler Müll im Wald.  Fotos: Katja Müller
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Nicht nur bei Gädebehn findet Forstamtsleiter Ingo Nadler Müll im Wald.

Landkreise müssen jährlich rund 60 000 Euro für die Entsorgung zahlen

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16. Juni 2016, 12:00 Uhr

Das Problem ist nicht neu – der Ärger über den Müll im Wald aber beständig. „Manchmal könnte man verzweifeln“, sagt Gädebehns Forstamtsleiter Ingo Nadler. Denn Hausmüll, Bauschutt und sogar ganze Schrankwände sind keine Seltenheit in seinem Revier. Es gebe nichts, was noch nicht im Wald gefunden wurde. „Wir haben wirklich schon allerhand in unserem Gebiet gefunden“, sagt Nadler und erzählt von Dämmstoffen, Asbest, Farbeimern und Plastikabfällen. Sogar gefüllte Gelbe Säcke werden im Wald entsorgt. „Das muss doch nicht sein, die werden vor der Haustür abgeholt“, betont der Forstamtsleiter.

Aber auch Schlachtabfälle, Federn und tote Haustiere werden im Wald verklappt. „Das ist gefährlich, denn nicht immer sterben Tiere an Altersschwäche“, sagt Nadler. Doch auch Essensreste gehören nicht in den Wald. „Gerade in der Nähe von Kleingartenanlagen ist das häufig der Fall. Dadurch werden auch Wildschweine angelockt. Das kann gefährlich werden“, sagt der Fachmann. Denn beginnt der Herbst oder spätestes im Winter, werden die Abfälle weniger, doch das ist den Tieren egal. „Die gehen dann auf Futtersuche – auch in der Gartenanlage. Und das gefällt den Laubenbesitzern sicher nicht.“

Gefährlich für die Tiere seien Abfälle immer. „Besonders dramatisch ist es, wenn die Tiere sich in Bändern oder Schnüren verfangen und dann verenden oder sich strangulieren“, sagt Ingo Nadler. Den Umweltfrevlern auf die Schliche zu kommen, sei schwierig. „Wir müssen sie auf frischer Tat ertappen. Bei diesen großen Wäldern eher ein Glücksfall“, gibt er zu. Dennoch finden er und die anderen Förster manchmal einen Hinweis, eine Adresse. Dann wird derjenige angeschrieben und aufgefordert, den Müll zu beseitigen. „Das fruchtet mehr als ein Ordnungsgeld“, weiß er.

Oft packen die Forstamtsmitarbeiter aber selbst mit an. „Wenn es nicht viel ist, sammeln wir es ein. Denn liegt erst einmal Müll da, kommt schnell neuer hinzu“, sagt Ingo Nadler. Größere Funde werden dem Amt gemeldet und der Landkreis muss handeln. Die Kosten trägt dann der Steuerzahler.

„Der Landkreis Ludwigslust-Parchim als untere Abfallbehörde hat dafür finanzielle Mittel in Höhe von 30 000 Euro eingeplant. Im vergangenen Jahr wurden 29 000 Euro für die Einsammlung und die Entsorgung illegal entsorgter Abfälle ausgegeben“, erklärt Kreissprecher Andreas Bonin. Denn außerhalb von Ortschaften, auf frei zugänglichen Grundstücken, werden die Grundstückseigentümer nicht Besitzer der dort illegal entsorgten Abfälle. Diese Abfälle sind damit besitzlos und werden vom Landkreis als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger eingesammelt und entsorgt.

Gleiches gilt im Landkreis Nordwestmecklenburg. Für die Entsorgung von illegal abgelegtem Müll in den sogenannten Außenbereichen wie Waldstücken, Ackerauffahrten und an Wegesrändern wurden im vergangenen Jahr 32000 Euro ausgegeben und auch für 2016 wurde diese Summe eingeplant.

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