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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. September 2017 | 20:50 Uhr

Ärger in Zietlitz : Und dann ist die Hecke weg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wiesenpächter aus Zietlitz ist sauer: Von einem Tag auf den anderen waren Bäume, Büsche und Sträucher einfach verschwunden

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 23:04 Uhr

„Das müssen Sie sich anschauen – das glauben Sie sonst nicht“, so aufgebracht meldete sich Jens Doleschal am Heißen Draht der SVZ. Bäume seien abgeholzt, Büsche rausgerissen, Heckenabschnitte plattgefahren. Ort des Geschehens ist der verlängerte Bodderwech am Ortsrand von Zietlitz. Seit mehr als 17 Jahren nutzt die Familie Doleschal die Wiesen neben dem Weg für die Rinder. Das mittlerweile in dritter Generation. „Mein Vater hatte die Tiere, dann habe ich das übernommen und nun ist mein Sohn mit eingestiegen“, sagt der Schweriner. Das ganze Jahr über sind die Rinder unter freiem Himmel und werden dementsprechend oft von der Familie aufgesucht.

Vor wenigen Tagen wurde Jens Doleschal bei seinem Besuch stutzig. Eine Einwohnerin hatte ihn angesprochen, dass sie den Weg etwas „freigeschnitten“ hätte. „Ich habe mich noch gewundert, denn wir hatten nicht darum gebeten“, erklärt er. Als er sich dann vor Ort ein Bild gemacht hatte, traute er zunächst seinen Augen nicht. „Ich dachte, ich spinne. Die Eichen waren abgeschnippelt, anders kann ich es gar nicht nennen“, sagt er und erzählt von ausgerissenen Holunderbüschen und jungen abgesägten Bäumen. Auch die Schlehen-Hecke wurde auf einem gut drei Meter langen Ende weggerissen. Das ist noch nicht alles. „Sie haben die Büsche und Bäume einfach weiter ins Unterholz geschoben“, sagt Doleschal. Die Spuren eines Radladers sind noch zu erkennen.

Nicht nur er, auch die Polizei und die Untere Naturschutzbehörde haben den Schaden begutachtet, eine Anzeige sowie die Ermittlungen aufgenommen. „Es handelt sich bei dem geschädigten Bereich um ein geschütztes Biotop. Da ist es nicht gestattet, solche Eingriffe vorzunehmen“, erklärt Nadine Morgenstern von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim.

Eine entsprechende Anzeige liege nun bei der Polizei und die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet, erklärt Kreissprecher Andreas Bonin. Welche Strafen auf den Verursacher zukommen, sei noch nicht klar. Es werde noch geprüft, wie groß das Ausmaß ist. „Deshalb können wir noch nicht über die Größe der Kompensationsmaßnahmen und entsprechender Ausgleichspflanzungen reden“, erläutert Nadine Morgenstern. Auf jeden Fall sei von einer Ordnungswidrigkeit auszugehen, die entsprechend geahndet werde.

Sukows Bürgermeister Horst-Dieter Keding ist erstaunt. „Man hätte ja wenigstens mal fragen können und nicht wild drauf losschneiden“, sagt er und schiebt hinterher: „Ich bin froh, dass der Landkreis sich des Problems annimmt. Das geht so nicht.“

Die Gemeinde habe den Weg seit einigen Jahren nicht mehr unterhalten. „Er kann als Rad- und Wanderweg genutzt werden und ist keine öffentliche Verkehrsanbindung. Deshalb wurde er nicht durch die Kommune großräumig freigeschnitten“, so das Gemeindeoberhaupt.

Jens Doleschal kommt das entgegen. „Wir nutzen den Weg maximal zweimal im Jahr, um die Tiere zu transportieren – kamen bislang auch entlang. Wir wollen hier keinen Durchgangsverkehr und waren ganz froh über den alten Zustand“, betont er.

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