zur Navigation springen

Raserei auf Schwerins Seen : Unabhängige wollen Jetski-Strecke

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kontroverse Diskussion um schnelle Wassermotorräder – Bündnisgrüne und BUND für Verbot auf Schweriner Seen

von
erstellt am 13.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Die Wassersportsaison geht zu Ende, die Diskussion um Jetskis auf den Schweriner Seen dagegen nimmt wieder Fahrt auf. In der Stadtvertretung wird dieses Thema kontrovers diskutiert. Anlass ist ein Antrag der Unabhängigen Bürger (UB), der im Kern die Ausweisung einer Rennstrecke für die schnellen Wassermotorräder anregt. Die Bündnisgrünen dagegen wollen Jetski, die schneller als 25 Kilometer pro Stunde fahren können, ganz von den Schweriner Seen verbannen.

Seit Jahren sind die schnellen und vor allem lauten Ein-Mann-Wasserfahrzeuge Anwohnern, vielen Wassersportlern und Naturfreunden ein Dorn im Auge. Doch die Stadt kann nicht viel dagegen tun. Es gilt Bundesrecht auf der Bundeswasserstraße Schweriner See und danach können die Jetski hier fahren – wenn sie sich an die geltende Geschwindigkeit halten. Doch das machen viele Fahrer nicht. Die Unabhängigen Bürger fordern deshalb, dass sich der Oberbürgermeister für einen höheren Kontrolldruck der Wasserschutzpolizei einsetzt und auch mit den Wassersportvereinen spricht. Außerdem wollen die UB, dass der Oberbürgermeister „unter Beachtung des Natur- und Umweltschutzes“ prüft, ob „eine legale Möglichkeit für das Befahren mit Jetski geschaffen werden kann“. Im Klartext: eine offizielle Rennstrecke soll her. „Unser Ansatz ist es, das verbotswidrige Befahren der Binnengewässer mit Jetskis einerseits stärker als bislang kontrollieren zu lassen, gleichzeitig aber den Freizeitsportlern legale Möglichkeiten für das schnelle Fahren einzuräumen. Wir können die Jetskis verbieten, aber wir können sie nicht verhindern“, sagt UB-Chef Silvio Horn und hat damit schon mal die Mehrheit im Hauptausschuss hinter sich.

Auch die „Interessenvertretung der Schweriner Jet-Sport-Gruppe“ hält den UB-Antrag für sinnvoll und schlägt eine Wasserski- und Jetski-Strecke im Innensee vor Görslow vor. Auch die Mitnutzung der Wasserski-Strecke im Außensee vor Retgendorf wäre möglich. Die offiziellen Wasserskistrecke im Ziegelaußensee könne dann entfallen. Der Antrag der Grünen, so die Interessenvertretung, würde „diskriminierend in die Freiheits- und Gleichbehandlungsrechte der Gruppe von Wassersportlern, die ein Wassermotorrad bewegen möchten“ eingreifen. Und auch die Wasserschutzpolizei würde eine kombinierte Strecke im Außensee begrüßen.

Den bündnisgrünen Vorschlag dagegen unterstützt der Umweltverband BUND: „Die Schweriner Gruppe bittet die Stadtvertretung, der Einrichtung einer speziellen Jetski-Strecke auf den Schweriner Gewässern nicht zuzustimmen und ein generelles Verbot von Jet-Ski zu unterstützen.“

Entscheiden muss die Stadtvertretung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen