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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 22:51 Uhr

Immobilienmarkt : Umzugswillige treiben Preise hoch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Innenstadt als Wohnort immer beliebter, Immobilienpreise ziehen an – dennoch fehlen Sanierer für historische Problem-Häuser

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Hamburger auf Wohnungssuche in Schwerin? Würde die Landeshauptstadt etwas näher an der Hafenmetropole liegen, würden Hansestädter die Stadt der sieben Seen als Wohnort durchaus in Betracht ziehen, ist Thomas Köchig, der neue Chef der Wohnungsgesellschaft Schwerin, überzeugt. Doch das jährliche Immobilienforum der Stadt ist von Hamburger Architekten und Maklern eher rar besucht. Hamburger, die gezielt Immobilien in Schwerin suchen, sind eher selten. Realistisch dagegen ist: Schwerin „ist für Zuwanderer im Alter zwischen 55 und 70 besonders attraktiv. Gleichzeitig zieht es auch immer mehr junge Familien und Fachleute verschiedener Berufsgruppen in die Landeshauptstadt“, heißt es seitens der Stadt. Die wird als Wohnort allgemein immer attraktiver – vor allem die Innenstadt. Besonders begehrt sind kleinere Stadthäuser mit ein bis drei Wohneinheiten – angeschlossen an ein Stück Garten oder Hof.

In diesem Marktsegment ist allerdings auch alles eine Frage des Preises: Historisch, saniert, in Innenstadtlage, aber ruhig – dafür müssen Suchende schon um die 300 000 Euro hinblättern. Auf einschlägigen Immobilienportalen im Internet gibt es dafür denkmalgeschützte Stadthäuser in der Schelfstadt mit rund 200 Quadratmetern Wohnfläche, aber auch moderne Neubauten auf dem Gelände der ehemaligen Molkerei zwischen Ziegelinnen- und Ziegelaußensee. Immobilien-Insider beobachten seit Jahren, wie die Preise für Altbauten in Schwerin anziehen (SVZ berichtete). Vor allem „historische“ und unsanierte Häuser stehen nicht mehr „einfach“ an der Straße herum wie noch in den 90er-Jahren. Viele sind mittlerweile erneuert und fügen sich in das gemütliche Bild der Schweriner Altstadt ein. Die übrig gebliebenen Gebäude sind schwerer an den Mann oder die Frau zu bringen, weil der Sanierungsaufwand vergleichsweise hoch ist und Fördermittel an Auflagen der Denkmalbehörde gekoppelt sind.

Aktuelles positives Beispiel: Puschkinstraße 20. Bevor die Sanierung des ältesten Fachwerkhauses der Schelfstadt begann, hatte es mehr als ein Jahrzehnt leer gestanden. Zwar gibt es Fördermittel, allerdings ist das Haus nicht ganz einfach. Der hintere Grundstücksteil ist quasi unbebaubar aufgrund der Bodenverseuchung mit Chrom 6 – dort war jahrzehntelang die Galvanik in Betrieb. Es wird laut Stadt mehrere Jahre dauern, bis der Grund gereinigt ist. Auch die bauliche Substanz des Hauses birgt eine Menge Herausforderungen (SVZ berichtete).

Weiteres aktuelles Beispiel: das ehemalige Zahlmeisterhaus in der Amtstraße, Ecke Ferdinand-Schultz-Straße. „Dafür gibt es mittlerweile einige Interessenten“, sagt Stefan Schlick, stellvertretender Leiter des Liegenschaftsamtes. Das Fachwerkhaus in der Werdervorstadt befinde sich noch im Eigentum der Landeshauptstadt und steht wie das gegenüberliegende ehemalige Polizeigelände leer. Aber seine Attraktivität steige, weil es an der künftigen Zufahrtsstraße zum Wohngebiet der ehemaligen Waisengärten liege.

Einige Immobilien-Insider sind davon überzeugt, dass es in Schwerin noch begehrte, anspruchsvolle Einfamilienhäuser mit Wassergrundstück gibt. Die typische Stadtvilla mit Altbau-Flair, freistehend mit großem Grundstück steht vor allem in Ostorf. Die Objekte, so sie denn auf dem Markt sind, werden in Immobilienportalen oberhalb der 500 000 Euro-Marke angeboten.

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