BUND mahnt Schutz der naturnahen Bereiche an : Umweltschützer fordern Biotop-Erhalt

Aus der Luft ist die grüne Oase in Innenstadtnähe gut erkennbar. Cordes
Aus der Luft ist die grüne Oase in Innenstadtnähe gut erkennbar. Cordes

Die Entwicklung des Areals der ehemaligen Waisengärten geht in die nächste Etappe. Ein Umweltbericht soll für das Gebiet erarbeitet und die Flora und Fauna kartiert werden.

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07. Oktober 2011, 10:04 Uhr

Werdervorstadt | Die Entwicklung des Areals der ehemaligen Waisengärten geht in die nächste Etappe. "Mit dem Beschluss des Hauptausschusses zur Aufstellung des B-Planes können wir nun in die konkrete Bauleitplanung einsteigen", sagt Robert Erdmann, Geschäftsführer des Erschließungsträgers, der Entwicklungsgesellschaft Schwerin (EGS). Die in Leezen ansässige Landgesellschaft MV sei beauftragt worden, einen Umweltbericht für das Gebiet zu erarbeiten und habe bereits mit der Kartierung der Flora und Fauna begonnen, berichtet Erdmann. Bis Ende des Jahres soll in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde die Bestandskartierung weitgehend realisiert sein, die eine wichtige Vorstufe des Berichts bildet, der wiederum gesetzlich vorgeschriebener Bestandteil des Planungsverfahrens ist.

Die Schweriner Gruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert nachdrücklich von der Landeshauptstadt als Träger des Verfahrens, besonders sensibel mit der Problematik umzugehen, vor allem mit dem naturnahen Südbereich der Gärten, der an den Beutel grenzt. Eindeutige, maßstäblich festgehaltene Grenzen zwischen den naturnahen Erholungsbereichen und den Bebauungsflächen, eine Trennung von Rad- und Gehwegen sowie die Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen weitestgehend in diesem Areal werden in dem Schreiben von Jürgen Friedrich vom BUND Schwerin genauso angemahnt wie die Forderungen, der vorhandenen Vegetation Vorrang zu geben gegenüber landschaftsüberformender Gestaltung und vorhandene Wasserläufe nicht zu verbauen. Das Anlegen eines Spazierweges mit einzelnen Zugängen zum Wasser sollte bereits Eingang in die Planung des Zwischennutzungskonzepts finden, so Friedrich. "Tabu bleiben sollte aber zumindest der geplante dritte Bauabschnitt, um die letzte Frischluftschneise zur Schelfstadt nicht zu verbauen", ergänzt Corinna Czwielag vom BUND.

"Wir haben in den meisten Punkten praktisch keine Dissonanzen mit den Naturschützern", kommentiert Erdmann. "Auch wir sind sehr daran interessiert, die Eingriffe in die Natur und damit auch die Zahl der vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen so gering wie möglich zu halten." Die Wasser- und Naturnähe gehöre im Übrigen zu den Standortvorteilen dieses Gebietes, das Biotop im Südbereich solle nach Möglichkeit unberührt bleiben. Nachgedacht werde allerdings darüber, durch eine stegartige Wegeführung ähnlich wie an Adebors Näs die Natur auch dort für die Schweriner besser erlebbar zu machen, so Erdmann. Denn schützen könne man nur das, was man auch kenne.

Derzeit indes hat der Herbst dort Einzug gehalten, Bäume und Sträucher der ehemaligen Kleingärten bunt verfärbt. Auf den beräumten Flächen grasen Schafe. Ganz offensichtlich ist es noch ein weiter Weg bis zum tatsächlichen Baubeginn für die ersten Wohnhäuser in den alten Waisengärten. Dennoch wächst bereits die Nachfrage nach Eigentums- und Mietwohnungen erstaunlich schnell. "Wir haben bereits 112 konkrete Anfragen für das Weisenareal", berichtet EGS-Geschäftsführer Erdmann.

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